mikrofairkel – Video – Adventskalender

Hohoho!

Wir haben euch einen schönen Adventskalender zusammengestellt mit einer kleinen Auswahl sehenswerter Videos der letzten Zeit. Jeden Tag schalten wir ein weiteres Türchen frei. So könnt ihr dann richtig in die schönste Konsumzeit des Jahres einsteigen! Tiefergehende Infos zu den Videos findet ihr dann in der Regel in unserer, inzwischen recht sehenswerten, Hall of Shame.

Manchmal sind es evtl nur kurze Ausschnitte oder Trailer, in diesem Falle findet ihr den ganzen Film dann im mikrofairkel-Kanal.



















 

 

 

 

 

 

 

Europa der Menschenrechte?

Hat es jemand gemerkt? Vorgestern war der internationale Tag der Menschenrechte. Eine Gute Gelegenheit sich einmal mehr an die eigene Nase zu fassen. Eine kurze Einführung:

Hauptverantwortlich für die Einhaltung der Menschenrechte, sowie für das Schaffen von Bedingungen unter denen sich die Menschenrechte verwirklichen lassen, sind die Staaten.

“Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Artikel 14: Asylrecht

(1) Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgungen Asyl zu suchen und zu genießen. (…)”

Ist dieses Recht wohl gewahrt, wenn wir es mit aller Macht verhindern, das Menschen ihren Fuß auf europäischen und deutschen Boden setzen und auch die geringste Chance haben, das Wort “Asyl” auszusprechen? Im Manifest für ein Europa der Humanität und Solidarität steht so schön geschrieben: “Doch muss sich eine Welt, die sich der Demokratie verpflichtet, daran messen lassen, wie sie mit der Migration umgeht.” Haben wir uns nicht den Menschenrechten verpflichtet? Die deutsche und europäische Migrationspolitik verstößt nicht nur gegen Artikel 14. Unter vielen anderen zum Beispiel:

Artikel 3: Recht auf Leben und Freiheit
Artikel 9: Schutz vor Verhaftung und Ausweisung
Artikel 13: Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit
Artikel 15: Recht auf Staatsangehörigkeit

Rechtspopulistische und fremdenfeindliche Phrasen stecken in viel zu vielen Köpfen, selbst in solchen, die sich niemals rechtes Gedankengut eingestehen würden: “Wir können doch nicht alle kommen lassen” oder “Deutschland schafft sich ab”. In was für einem Deutschland, in was für einem Europa willst du denn leben? Ein Bündnis von NGOs hat das wirklich lesenswerte Manifest für ein Europa der Humanität und Solidarität geschrieben. In so einem Europa möchte ich leben! Kein Europa der Mauern und Zäune und davor das größte Massengrab der Welt! Bis wir in einem solchen Europa leben ist noch ein weiter Weg und jede einzelne Unterschrift unter diesem Manifest gibt ihm auf diesem Weg etwas mehr Gewicht! Sag der Politik, in was für einem Europa du leben willst! Hier kannst du unterzeichnen!

Letzte Ausfahrt Klimakonferenz in Durban!

Während wir alle voll und ganz mit unserem Geld beschäftigt sind und nichts als Wirtschafts-, Finanz- und Eurokrise im Kopf haben, findet 9378 km von hier entfernt, von uns fast unbemerkt, eine der wichtigsten Konferenzen für die Zukunft von Menschheit und Planet statt! Auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban streiten die Regierungen dieser Welt um Klimaerwärmung, CO2-Emissionen, verbindliche Ziele, Fortsetzung von Kyoto, viel Geld … und unsere Zukunft. Durch herbe Enttäuschungen bei vorangegangenen Verhandlungen haben sie es geschafft, dass wir wenig Hoffnung und Interesse für die Jetztige haben.

Aber dazu dürfen wir es nicht kommen lassen! Wenn die Zivilbevölkerung nicht hinschaut, wird es ein klamheimliches Scheitern der Verhandlungen, ganz im Sinne großer heimischer Industriezweige und fadenscheiniger nationaler Interessen geben. Wenn unsere Regierungen sich bewegen sollen, müssen sie uns im Nacken haben. Sie sollen wissen, dass wir sie für ein Scheitern der Verhandlungen verantwortlich machen würden!

Überraschender Weise hat China nun Bereitschaft signalisiert, sich unter bestimmten Bedingungen auf ein verbindliches Abkommen einzulassen (Artikel Süddeutsche). Nutzen wir diesen Funken Hoffnung und erhöhen den Druck von unten!

Avaaz hat noch für 48 Stunden eine Online-Petition an die Entscheidungsträger von EU, Brasilien und China laufen, schnell unterzeichnen und weiterleiten!

Ansonsten ist es auch immer gut sich an die eigene Nase zu fassen. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, bis 2020 10% weniger Strom zu verbrauchen. Ein gutes Ziel, denn keinerlei Effizienzsteigerung hat einen Sinn, wenn in der Folge trotzdem mehr Strom verbraucht wird. Doch leider folgen dieser Ankündigung bisher keine Taten. Schließ dich einer Aktion vom BUND an und schreib eine Mail an Merkel:

Und sonst noch irgendeine Schnarchnase immer noch nicht zu richtigem Ökostrom gewechselt? Hier gibts alle Infos und gute Anbieter: Atomausstieg selber machen! (könnte auch heißen: selbst weniger zum Klimawandel beitragen)

Mehr Infos und Videos in den Kommentaren.

Mach die Augen nicht zu! Tu was!

Ja zur Volksabstimmung Stuttgart 21

Morgen, am Sonntag den 27.11., steht in Baden-Württemberg per Volksabstimmung die Entscheidung für oder gegen Stuttgart 21 an. Als Nicht-Bawüler darf ich leider nicht mitstimmen, will aber noch einmal alle, die es dürfen, unbedingt an die Wahlurnen rufen! “JA” zum Volksentscheid!

Auch wenn ihr euch noch nicht schlussendlich zu einer Entscheidung für oder gegen einen Kopfbahnhof durchgerungen habt, geht zur Abstimmung! Denn es geht um viel mehr, als nur um die Entscheidung, ob der Bahnhof unter oder über der Erde ist. Es geht darum, dass ein eindeutiges Zeichen gesetzt wird. Ein Zeichen gegen eine Politik, in der Großprojekte in kleinen Hinterzimmern ausgeklüngelt, mit niedrigen Kostenversprechungen durchgewunken und dann zügig Fakten geschaffen werden. Anschließend steigen “ganz unvorhergesehen” die Kosten und WIR zahlen drauf!

Diese, leider etwas späte, Abstimmung ist gutes Stück Demokratie! Warum so viel Geld unter der Erde verbuddeln, wenn gleichzeitig einmal mehr die Preise für den Nahverkehr steigen?! Das Argument “wir hätten jetzt schon soviel investiert, jetzt abzubrechen wäre Verschwendung” ist ein billiger Werbepsychologischer Trick. Nur weil schon Geld verschwendet wurde, hilft es nichts, wenn wir jetzt noch mehr Geld hinterherschmeißen!

Leider geht nicht nur darum, eine Mehrheit zu bekommen, das nötige Quorum ist nicht leicht zu knacken. Also nehmt eure Freundinnen untern Arm. Mehr Infos gibts z.B. bei Campact unter mitjastimmen.de

Das goldene Konsumlamm und die Altkleiderlüge

Durch immer weiter sinkende Preise für Kleidung und ständig wechselnde Modetrends ist der Kleidungskonsum enorm gestiegen. Wenn die Klamotten dann nicht mehr getragen werden und aus dem Kleiderschrank fliegen, sind sie meist noch in gutem Zustand. Die Kleidung direkt in den Hausmüll zu befördern würde eine enorme Verschwendung von Ressourcen bedeuten. Was also tun? Konsum und Entsorgung ändern! Einige Vorschläge:

1.) Billigkleidung hinterfragen. Billig hat immer seinen Preis. Nicht nur die meist schlechtere Qualität und kürzere Lebensdauer. Wer zahlt für deinen billigen Einkauf? Ausbeutung bei Anbau und Produktion, niedrige Löhne beim Verkauf, Umweltverschmutzung, usw…

2.) Weniger kaufen und länger tragen. Wir wissen, dass wir zu viele Ressourcen verbrauchen und zu viel CO2 produzieren, schaffen aber keine Reduzierung. Dabei ist die Rechnung wirklich so einfach: Weniger Konsum = weniger Ressourcenverbrauch und CO2-Produktion. Wird uns aber nicht vorgerechnet, weil wir noch das goldene Lamm “Wirtschaftswachstum” anbeten.

3.) Bewusst einkaufen. Wenn wir weniger kaufen und länger tragen, können wir dafür auch teurere und dafür langlebigere, fair und ökologisch produzierte Ware nehmen.

4.) Secondhand kaufen. Es gibt wesentlich mehr Altkleider als Secondhand-Nachfrage. Nur wenn die Nachfrage nach Secondhand steigt, kann dieser ressourcenschonende Wirtschaftszweig wirklich wachsen. Secondhand ist das beste Recycling!

5.) Gute Entsorgung. Kleidung im Bekanntenkreis weitergeben, Kleidertauschaktionen mit Freunden organisieren, an soziale Einrichtungen und Kleiderkammern abgeben. Was dann noch übrig ist am besten zum Secondhand-Laden bringen oder in die Altkleidersammlung.

Doch gerade die sind mit Vorsicht zu genießen, bei den meisten Altkleidersammlungen handelt es sich um rein kommerzielle Anbieter:


(via Konsumpf.de)

Das Deutsche Rote Kreuz hat dazu bereits eine Stellungnahme veröffentlicht.

Der Dachverband FairWertung fordert ein transparentes und sozialverträgliches Vorgehen bei Altkleidersammlungen. Dieser sieht den Vorwurf der Zerstörung lokaler Produktion nach eingehender Prüfung etwas diffenzierter als die Doku und empfiehlt vertrauenswürdige Altkleidersammlungen in der Nähe. Für Bielefeld ist das die Brockensammlung in Bethel und die Recyclingbörse.

Verwandte Artikel und Videos:
Weniger Konsum, mehr Leben! | Reparatur statt Neukauf | Fair Trade Klamotten | Story of Stuff

Für eine neue Bleiberechtsregelung

Durch den Druck aus der Zivilgesellschaft werden die Innenminister der Länder alle Jahre wieder dazu bewegt eine Bleiberechtsregelung zu schaffen um Abschiebungen zu verhindern, die so absurd sind, dass sie gegen jegliche Menschlichkeit verstoßen. Zum Beispiel: Hier geboren, deutsch ist die Muttersprache, perfekt integriert, zur Schule gegangen, arbeitet, zahlt Steuern … soll abgeschoben werden. Da selbst die christlichen Werte der CDU, sowie die Sozialen der SPD und ihrer jeweiligen Wähler bei solchen Fällen Alarm schlagen, wird dann eine Regelung geschaffen, die genau diesem Personenkreis ein Bleiberecht sichert. Wohlgemerkt Bleiberecht, nicht zwangsläufig Staatsbürgerschaft.

Kleiner Exkurs:
“Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Artikel 15: Recht auf Staatsangehörigkeit

(1) Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Staatsangehörigkeit. (…)”

Wenn ein Mensch in keinem anderen Staat so gut integriert ist, wie in unserem, nach welchem Recht verwehren wir ihr oder ihm dann eine deutsche Staatsangehörigkeit? Oder betrachten wir die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte mehr als eine Art Richtlinie auf die wir hinarbeiten wenn es gerade passt?

Jetzt haben wir also viele kleine Bleiberechtsregelungen, die speziellen Personenkreisen ein Bleiberecht zugestehen, ab bestimmten Stichtagen der Einreise, bestimmten Altersgruppen, etc. Soweit sogut. Das führt aber zwangsläufig dazu, dass Menschen abgeschoben werden sollen, die z.B. 3 Tage zu spät eingereist sind, oder 3 Tage zu alt. Es gibt keine logische/humanitäre/gerechte Begründung dafür, warum diesen Personen ein Bleiberecht versagt wird.

Doch scheinbar haben die Innenminister von CDU und SPD große Angst davor, als Einwanderungsfreund da zu stehen und Wähler vom rechten Rand zu verlieren. Stellen wir dieser Angst den Druck aus der Zivilgesellschaft entgegen! Sie sollen sich endlich wieder mehr auf ihre christlichen und sozialen Werte besinnen, anstatt Prozente vom rechten Rand zu fischen!

Appelliere mit PRO ASYL an die Innenminister,
endlich eine großzügige und humane Lösung zu schaffen!

zur Email-Aktion „Für eine neue Bleiberechtsregelung!“

Zwei Bleiberechtsregelungen, ein Verlängerungsbeschluss, eine Bleiberechtsregelung für Jugendliche – und immer noch leben 75.000 Menschen seit mehr als sechs Jahren ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland. (…) Menschen, die gezwungen sind, ein Leben auf Abruf zu führen. Sie alle bleiben von den bisherigen Regelungen ausgeschlossen – aus absurden und inhumanen Gründen: Für das geltende Bleiberecht sind sie zu alt, zu jung, zu arm, zu krank.

Am 8. und 9. Dezember 2011 tagen die Innenminister der Bundesländer. Das Thema Bleiberecht muss dort auf die Tagesordnung! Wir fordern die Innenminister auf, eine Regelung zu schaffen, die den vielen Menschen ohne sicheren Aufenthalt endlich eine Lebensperspektive bietet. Wer lange hier lebt, muss bleiben dürfen! Alte, kranke und arme Menschen dürfen vom Bleiberecht nicht ausgeschlossen werden!

Mehr Informationen zum Thema Bleiberecht (…) unter
http://www.proasyl.de/de/themen/bleiberecht/

(PRO ASYL)

Banken in die Schranken! #OccupyTogether

Für alle die es noch nicht in den Comments des letzten Artikels gefunden haben, hier links noch einmal der Aufruf zur Unterschriftenaktion von Campact und Attac. Im Gegensatz zu den inhaltlich oft schwer zu erfassenden und vielfältigen Protesten, stehen hier klare Forderungen weiß auf lila. Adressiert an Frau Merkel und Schäuble. Gerade wo jetzt so viele Politiker auf Kuschelkurs mit der Protestbewegung gehen, müssen sie sich hier dann auch klar inhaltlich positionieren: Banken verkleinern, Finanztransaktionssteuer einführen, Finanzmarkt übersichtlicher machen, Profiteure des Kasinos haften lassen! Fleißig unterschreiben und weitersagen!

Attac hat sich vor über 10 Jahren gegründet, mit der Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer. Damals wurden sie dafür verlacht, doch der Lauf der Dinge hat ihnen Recht gegeben. Dadurch sind sie inzwischen ein bedeutsamer politischer Akteur geworden und zum Motor der aktuellen Proteste. Wir brauchen eine starke Lobby, die gegen die Finanzindustrie in den Ring steigt! Attac unterstützen, Mitglied werden! “Globalisierung (inkl. der Finanzmärkte) ist kein Schicksal – Eine andere Welt ist möglich!”

Die nächste große Aktion wird am 12. November stattfinden. Mit tausenden von Demonstranten wollen wir das Frankfurter Banken- und das Berliner Regierungsviertel mit je einer Menschenkette umzingeln!
Freut mich, dass wir jetzt die ganzen lokalen Bündnisse zu zwei zentralen Aktionsorten zusammenholen!


Bis dahin, für alle lokalen Leser, sei auf das okkupierende Picknick am Samstag hingewiesen. Rathausplatz Bielefeld – Samstag den 29.10., 13 Uhr – Decken, Essen und freie Gedanken mitbringen!

Occupy Together | Occupy Deutschland | Occupy Bielefeld
Aufruf von Attac und Campact

Verwandte Artikel:
Krötenwanderung jetzt! | Rechte für Menschen, Regeln für Unternehmen | Vermögenssteuer jetzt! | Steuer gegen Armut | Finanztransaktionssteuer!

#globalchange #sep17 #ows #15Oct = Auftakt für mehr

Danke für eure Geduld,
hier nun (wie versprochen) unsere Reflektion des 15.O.-Wochenendes:
Abgesehen von der enttäuschenden MainStreamMedien-Berichterstattung (z.B. So. wieder kein Wort in der Tagesschau zu den Protesten) [dazu lesenswert dieser Blog-Bericht], gibt es im Netz regelrecht eine Art ‘information overflow‘.

Neben dutzenden Fotostrecken (auch auf tagesschau.de) bietet nokturnaltimes.com einen guten visuellen Überblick über die >1000 Events (auf fast allen Orten der Erde). Gute Zusammenfassungen bieten Taz und Heise.
Je nach Quelle schwanken die Teilnehmerzahlen zwar stark, aber die im letzten Titel versprochenen >1 Mio. wurden wohl weit erreicht. Dabei ist deutlich zu erkennen wo aktuell und in Zukunft die Schwerpunkte liegen werden: Madrid, Barcelona, Rom, Athen  mit Großdemos im sechsstelligen Bereich; New York City, London, Brüssel, Frankfurt, Paris, Berlin (bzw. je nach Aktion auch in anderen Städten) mit Demos im eher fünfstelligen Bereich. Eine enorme Leistung wenn man bedenkt, dass die Proteste bisher kaum von Parteien, Gewerkschaften und etablierten zivilgesellschaftlichen Akteuren getragen werden.

Weitere gute Eindrücke aus (z.T. weniger erwähnten) Occupy-Orten:
Madrid (1, 2), Berlin (1, 2), Brüssel (1, 2), Amsterdam, Orten in Asien, Oakland, Santiago de Chile.
[das Internet (z.B. YouTube) ist voll von Videos zu allen Orten]

Zu den Randalen in Rom: jede Form solcher Gewalt-Eskapaden sind verachtens- und verurteilenswert und repräsentieren nicht die 99% der Bevölkerung und der Occupy-Bewegung. Trotz zu starkem Fokus unserer herkömmlichen Medien, haben einige (z.B. DRadio-Kultur) immerhin weitere Ursachen genannt, von denen ich drei besonders erwähnenswert finde: 1. eine Teilschuld der römischen Polizei, 2. das Hooligan-Milieu Italiens und 3. sozialer Zündstoff wie vor einigen Monaten in London.
Zu unseren Erfahrungen vor Ort in Brüssel: das Wochenende war sehr turbulent und das (blog-geeignete) Fazit ist, dass es sehr beeindruckend ist wie viele Menschen aus der Breite der Gesellschaft und dem sog. ‘Bildungsbürgertum’ dabei, sowie wie jung, international und multilingual viele der Beteiligten sind. Es schlummert eine Menge Potenzial in all den Menschen, sie sind kreativ, solidarisch und multimedial gut vernetzt: Livestreams gibt es ja zuhauf (wenn auch ein Großteil davon die meiste Zeit offline ist). Avaaz ist nun auch in NYC dabei.

Die Bewegung hat eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, dies zeigt die Tagesschau.de-Umfrage mit über 90% Zustimmung. Außerdem steigt durch sie die Kritik an der Politik (auch seitens der Medien), zwei Beispiele (1, 2). Da wird auch die sonst so tabuisierte Systemfrage immer lauter.
Quo vadis, Revolution?” Wie geht es nun weiter? Zunächst darf bezweifelt werden, dass die “YesWeCamp”er mit ihrer Protestform den Winter so zahlreich überstehen werden und sich seitens der Politik schnell viel verändern wird. Die nächsten Tage stehen erstmal weitere, ortsspezifische Demos an: z.B. heute, wenn der französische Präsident Sarkozy in Brüssel zu Gast ist, aber auch (“remember, remember”) am 5. November in London. Des weiteren mobilisieren die folgenden Wochen Bündnisse, wie hier z.B. Attac, Demos zum Thema.
Der 17. September & 15. Oktober waren also nur der Anfang, mehr folgt, weiter geht’s!

Mehr und schnellere Infos bekommt ihr natürlich hier in den Kommentaren oder auch auf http://www.echte-demokratie-jetzt.de sowie dem (insb. gestern) sehenswerten, englisch-sprachigen Online-TV-Journal http://www.democracynow.org

Millionen demonstrieren am kommenden Sa. den 15.Okt!

Im letzten Artikel zu OccupyWallStreet erwähnte ich den 15. Oktober und die Hintergründe ja bereits, jetzt gehts in die 2. Phase. Während sich die Bewegung nun in den USA weiter ausbreitet, gewinnt auch der weltweite Aktionstag jetzt am Samstag immer mehr Zulauf.

Mit einem Marsch nach Brüssel vereinen sich verschiedene Protestbewegungen aus Spanien, Frankreich und Deutschland; zeitgleich gibt es eine beeindruckende Vielzahl von Events auf allen Kontinenten, neben Großdemos in den USA auch in vielen Großstädten der Bundesrepublik (leider läuft viel über Facebook, falls jmd. nicht bei Facebook angemeldet ist und Infos braucht, schreibt uns einfach an, es beginnen fast alle Events um 13 Uhr und gehen bis spät abends). Auch Attac solidarisiert sich mit der Bewegung und ruft ebenfalls zu vielen Aktionen in Deutschland auf.

Wer am 15.Okt leider nicht dabei sein kann, kann trotzdem ein Zeichen bei der neuen Unterschriftenaktion von Avaaz setzen, oder den Link zu diesem Artikel oder der Aktion in jedem sozialen Netzwerk verbreiten, twittern, bloggen, weitersagen! United for #globalchange! Empört euch!

Argumente gibt es zuhauf: neben denen im letzten Artikel, ist es bemerkenswert, dass selbst nun der Chefbanker der EU, Trichet, deutlich mehr Finanzmarktregulation fordert; falls es außerdem noch nicht aufgefallen ist: nach Immobilien-, Banken-, Wirtschafts- und Euro-Krise steht uns eine Demokratiekrise ins Haus. Den Menschen in Griechenland, Spanien, Chile, Israel, Indien & den USA ist dies schon aufgefallen, es ist nur eine Frage der Zeit bis diese Krise auch bei uns spürbar sein wird.

Daher sollte jeder der kann am nächsten Samstag ein Zeichen setzen! Eine solche Chance bietet sich selten. Machen wir was draus!

Reparatur statt Neukauf!

Zum theoretischen Unterbau und guten Gründen pro Reparatur will ich heute nicht mehr allzu viel schreiben, stattdessen nur folgende Verweise auf ältere Artikel:

Zu Wachstumswahnsinn, Wegwerfgesellschaft, geplanter Obsoleszens und den dadurch strapazierten Grenzen unseres Planeten: Weniger Konsum, mehr Leben!
Dazu gabs auch die Doku über geplante Obsoleszens: Kaufen für die Müllhalde.
Ebenso passend: Die Postwachstumsökonomie und der persönliche CO2-Fußabdruck.

Als Lösung des Dilemmas hatte ich mich damals nur auf Secondhand bezogen. Anlässlich dieses Videos zur Einführung in die Geheimnisse der technischen Reparatur nun der zweite Weg wider dem Wegwerfwahn:

Viele Tipps, Anleitungen, Antworten, Erklärvideos und Community gibts auf Ifixit.com.

Wenn ihr dort an Grenzen stoßt, oder keinen eigenen großen Werkzeugkoffer besitzt, dann seien die deutschlandweiten offenen Werkstätten empfohlen. Infos und Links beim Verbund Offener Werkstätten.

Join the Repair Revolution!
(via on3)

Und wenn nichts mehr hilft und ihr wirklich Müll in den Händen haltet, dann könnt ihr noch über Upcycling nachdenken. Ein paar spannende Ideen gibts auf WeUpCycle.com, viel Spaß beim Schrauben und Basteln!