McDonalds und die Agrarindustrie

Ich wollte noch mal auf den Markencheck hinweisen der jetzt jede Woche montags um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen ist. Das schöne Konzept Markencheck, das ursprünglich nur beim WDR angesiedelt war und z.B. Tchibo und Ferrero getestet hat, ist jetzt mit den Blockbustern Lidl, McDonalds und H&M (nächsten Montag) bei der ARD an den Start gegangen. Und hatte damit gleich beim ersten Mal sensationelle Einschaltquoten, sehr erfreulich!

Für alle die es noch nicht gesehen haben, diese Woche war McDonalds an der Reihe. Wie ich fand, noch etwas zu weich angegangen, von den Auswirkungen hinter unseren Landesgrenzen leider keine Spur, aber seht selbst:

Massentierhaltung wird nur am Rande erwähnt, aber es wird klar, McDonalds kann nicht ohne die moderne und unwürdige Agrarindustrie. Nach den McDonalds Kriterien werden 19 Hühner auf 1m² gepfercht, “das System beruht auf maximaler Ausbeutung der Tiere”. Bei der Eierwahl greifen wir immer häufiger zur Freilandhaltung, bei der Wahl des Fast Foods tun wir uns da leider noch etwas schwer!

An den gesetzlichen Bestimmungen muss sich dringend etwas ändern! Die Politik darf sich nicht mehr von der Lobby der Agrarindustrie einlullen lassen und muss den Rahmen für eine gute Landwirtschaft schaffen. Eine Landwirtschaft die nicht flächendeckend Antibiotika einsetzt und dem Menschen resistente Krankheiten auf den Hals hetzt. Eine Landwirtschaft die das Tier wie ein Lebewesen behandelt. Eine Landwirtschaft ohne Gentechnik. Eine Landwirtschaft für die Zukunft, im Einklang mit dem Planeten. Dafür können wir diesen Samstag auf die Straße gehen! Ein breites Bündnis lädt unter dem Motto “Wir haben es satt” zur Demo nach Berlin, alle Infos hier Die Rednerliste verspricht viele gute Redebeiträge und Musik gibts von Dota und den Stadtpiraten.

Comments (4)

RolandJanuar 19th, 2012 at 20:05

guter Artikel – die ARD überrascht mit Erfüllung des Bildungsauftrags, trotz der (schon erwähnten) fehlenden Details der McD.-Doku … laut Schwarzbuch Markenfirmen gab es ja Kinderarbeit (für Spielzeuge der Happy Meals) in Asien aber auch sogar in England! (wo meines Wissens Minderjährige >12- od. 15- Stundenschichten ackern durften).
Und als Global Player der Fleischindustrie steckt McD. ja auch groß im regenwald-unfreundlichen Soja-Geschäft drin & hat eine dem entsprechende CO2-Bilanz.
Dennoch gibt es auch Hoffnung: nach Kritik von Greenpeace vor 1,2 Jahren sollen sie ihre Umwelt-politik überarbeiten (auch, wenn derartige Lippenbekenntnisse in der Vergangenheit z.B. von Adidas dann letztlich nicht so konsequent umgesetzt wurden).

EikeJanuar 20th, 2012 at 11:49

Wahrscheinlich war das nachhaltigste was davon geblieben ist, die Änderung des Logos zu einem grünen Hintergrund ;-)

RolandJanuar 20th, 2012 at 12:56

hab grad noch mal ein kleines Bisschen recherchiert (“was Greenpeace so sagt”) :
also ein bisschen Bewegung steckt da schon drin – skeptisch bleiben ist aber sicherlich auch nicht verkehrt:
- http://www.greenpeace.org/usa/en/campaigns/victories/Timeline/ schrittweise Erfolge
- http://www.greenpeace.org/austria/de/themen/urwaelder/was-wir-tun/Unternehmen/ Reaktionen auf die Soja/Regenwald-Aktion
- http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5072&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=67116&cHash=b4a02fe5292e81b9e932a915930274dc neues Image = Etikettenschwindel
- http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=6512 neueste Erfolge & Skepsis

in den dreien konzernkritischen Wikis in unserem Blogroll sind die neuesten Verweise leider “schon” 5 Jahre alt … immerhin eines wurde durch die akt. Doku erreicht: die Sensitivität ggü. McD. ist wieder sehr hoch – nächste Skandale würden einen starken Effekt haben – sie können es sich also nicht leisten über ihre bisherigen Praktiken hinaus sich etwas zu leisten.

EikeJanuar 28th, 2012 at 01:44

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