Good Food, Bad Food

“Es sind schon viele Filme über Katastrophenszenarien gedreht worden, die als warnende Appelle verstanden werden wollten. Sie haben ihre Berechtigung gehabt, doch jetzt ist es an der Zeit, den Blick darauf zu richten, dass es auch Lösungen gibt. Man muss jenen Bauern, Philosophen und Ökonomen Gehör verschaffen, die uns mit ihren Überlegungen nicht nur erklären, wie unser Gesellschaftsmodell in der ökologischen, finanziellen und politischen Krise versinken konnte, die uns allen bekannt ist, sondern die darüber hinaus nach Alternativen suchen und diese auch umsetzen.” Coline Serreau, Regisseurin von
Good Food, Bad Food – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft

Jede und jeder von uns kann viel beitragen zu einer besseren Landwirtschaft! Sicherlich werden die wenigsten alles umsetzen… Aber ihr wisst ja, viele kleine Fairkel die viele kleine Schritte tun, usw… Ich fange einfach mal eine Liste an, könnt ihr gerne ergänzen:

Bio einkaufen. Bei den Kriterien für biologischen Anbau und deren Siegeln gibt es zwar an einigen Stellen Nachbesserungsbedarf, aber dennoch sind die Standards wesentlich höher als bei der industriellen Landwirtschaft.
oekolandbau.de ist dafür ein übersichtliches Informationsportal. Besonders interessant sind die Links zu den regionalen Einkaufsführern. Bio ist nicht gleich bio, wer einen Schritt weiter gehen will und Bio nur im Fachgeschäft, oder direkt vom Hof kaufen will, findet über die Einkaufsführer die “Bioquellen” der Umgebung (z.B. in Bielefeld).

Biokiste bestellen. Das Einkaufen sparen und Bio direkt nach Hause geliefert bekommen. Für Familien und andere Wohngemeinschaften ideal. Kiste selbst zusammenstellen und/oder mit “Überraschungsinhalt” liefern lassen. Führt meiner Erfahrung nach automatisch zu mehr gemeinsamem und ausgefallenerem Kochen. Einfach Biokiste und Wohnort googlen, oder bei den anerkannten Anbauverbänden wie zum Beispiel Bioland, Demeter oder Naturland nachfragen.

In FoodCoops organisieren. Food Cooperations sind sehr vielfältig und reichen vom gemeinsamen Einkaufen beim Großhändler bis hin zum Zusammenschluss von Erzeuger und Verbraucher. Erstere Variante ermöglicht den biologischen Einkauf zu wesentlich erschwinglicheren Preisen. Letztere schafft wieder eine direkte Verbindung zum Anbau unserer Lebensmittel und sichert den Landwirten einen sicheren Umsatz. Auf foodcoops.de findet ihr bereits bestehende Kooperationen in eurer Umgebung.

Selbst anbauen. Wer eine richtig radikale Ökolatzhose sein will, muss natürlich selbst anbauen. Dafür müssen wir nicht gleich unbedingt in die Landkommune mit großem Garten ziehen, es gibt viele Alternativen: Zum Beispiel der kleine Anbau auf Balkon, Fensterbank, etc. Oder, ganz im Trend, urbane Landwirtschaft im größeren Stil. Der Prinzessinnengarten in Berlin macht vor wie es geht. Eine andere Möglichkeit könnte sich über die Transition Initiativen bieten. Z.B. hat Transition Town Bielefeld ein Gartenprojekt zum mitarbeiten, ernten und lernen. Wer pflücken aber nicht ernten will, sollte sich mal bei Mundraub umschauen.

Verwandte Artikel:
Fleischkonsum reduzieren.
Erspartes statt in Waffen in ökolgischen Landbau investieren.

Ich freu mich auf eure Ergänzungen, Adressen, Tipps und Erfahrungen!

Comments (5)

EikeOktober 3rd, 2011 at 09:24

EikeOktober 3rd, 2011 at 10:25

Ich war am Wochenende zu Besuch beim Projekt Küchengärten Limmer in Hannover. Initiiert von der lokalen Transition Town Initiative.

Eine wunderbare Industriebrache für urbane Landwirtschaft! Richtig nette und offene Menschen! Viele Möglichkeiten für ein tolles Projekt, die Stadt zeigt sich momentan auch sehr kooperativ, gerade richtig Aufbruchsstimmung!

Also für alle Hannoveraner und alle auf der Durchreise, mal vorbeischauen, quatschen, anpacken, lernen, essen, wohlfühlen, anschließen…

(Artikel in der Haz)

SimonOktober 7th, 2011 at 17:10

Link: Die Tricks der Lebensmittelindustrie (doku)

http://videos.arte.tv/de/videos/die_tricks_der_lebensmittelindustrie-4174122.html

Die Tricks der Lebensmittelindustrie

Der Preiskampf im Supermarkt ist hart. Mit Versprechungen aller Art lockt die Lebensmittelindustrie die Kunden. Aber bekommen die Verbraucher eigentlich das, was sie zu kaufen glauben – Frische, Gesundheit und natürlichen Geschmack? Bei genauerer Prüfung zeigt sich, dass viele Produkte durch Zusatzstoffe oder Pestizide sogar gesundheitsgefährdend sind.
Seit langem fordern Verbraucherverbände verständlichere Deklarationsvorschriften. Trotzdem erlaubt der Gesetzgeber das Geschmacksdoping aus dem Labor und lässt zu, dass zum Beispiel “natürliche Aromen” nicht aus der Frucht selbst stammen müssen, sondern im Labor hergestellt werden können. Kaum ein Kunde durchblickt noch die Zusammensetzung unserer Supermarkt-Nahrung. Doch der Versuch, diese mangelnde Transparenz durch eine verpflichtende Nährwertampel auf den Produkten zu beheben, ist in Deutschland bisher durch massive Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie gescheitert.
Auch der Einsatz von Pestiziden bei der Obst- und Gemüseproduktion ist nach wie vor ein Problem. Ein Großteil der Ware kommt aus dem spanischen Almeria, dem größten Anbaugebiet von Lebensmitteln in Europa. Regelmäßige Messungen zeigen, dass viele verschiedene Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden, oft werden sogar mehr als 15 Substanzen in einem Nahrungsmittel nachgewiesen. Wer weniger von mehreren Pestiziden auf die Felder sprüht, kann die Überschreitung der gesetzlichen Höchstmengen umgehen. Das ist bis heute völlig legal. Kritische Wissenschaftler fordern daher seit langem, den Einsatz mehrerer Pestizide auf einem Feld zu beschränken, denn einige Substanzen verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus.
Fest steht, die Interessen der Hersteller gehen über das Wohl des Verbrauchers. Letztlich kann der Kunde die Lebensmittelindustrie nur durch sein Kaufverhalten steuern.

Grüße,
Simon

EikeOktober 7th, 2011 at 22:20

Sehr hilfreich/informativ ist die Broschüre, die der Rat für Nachhaltige Entwicklung rausgibt: Nachhaltiger Warenkorb

Z.B. mit Saisonkalender und ähnlichem…

[...] Sklaverei ist kein abgeschlossenes Kapitel der Geschichte. Immer noch arbeiten Sklaven auf Plantagen für unseren Wohlstand und billiges Essen, beispielsweise Kaffee, Bananen und Schokolade. Auch Fair gehandeltes Essen ist wichtig! Industrielle Landwirtschaft vernichtet unsere wichtigsten Ressourcen, fruchtbare Böden und sauberes Wasser. Wir müssen hin zu einer Landwirtschaft im Gleichgewicht mit der Natur. Nur so können wir nachhaltig das Überleben auf unserem Planeten sichern. Good Food – Bad Food [...]

Leave a comment

Your comment