Public Eye Awards 2011
!!! Abstimmung nur noch bis 27. Januar 23:59 Uhr möglich !!!
Die Public Eye Awards setzen einen kritischen Kontrapunkt zum Jahrestreffen des World Economic Forums (WEF) in Davos. Organisiert seit dem Jahr 2000 (…) zeigen die Public Eye Awards den Akteuren der Weltwirtschaft, dass Menschen und Umwelt verachtende Geschäftspraktiken Konsequenzen haben – primär für die davon Betroffenen, aber auch für das Firmenimage.
Ob ausbeuterische Arbeitsbedingungen, Umweltsünden, absichtliche Fehlinformation oder Nichteinhalten der Unternehmensverantwortung: (…) Unsere “renommierten” Schmähpreise stellen die Konzernskandale in internationales Scheinwerferlicht und helfen so NGO-Kampagnen auf der ganzen Welt zu mehr Gehör. (about)

Hier kommt ihr zur Abstimmung des PEOPLE´S Award:
http://www.publiceye.ch/de/vote/ (Vorsicht, schöne aber unglaublich langsame Seite, also Geduld)
Nominiert sind dieses Jahr:
- AngloGold Ashanti vergiftet beim Goldabbau in Ghana Land und Leute. » mehr
- Axpo bezieht Uran aus dem verstrahltesten Ort der Welt.» mehr
- BP für das Öldesaster im Golf von Mexiko. » mehr
- Foxconn für miserable Arbeitsbedingungen in der Technikindustrie. » mehr
- Neste Oil (Spitzenreiter) verkauft im grossen Stil Biosprit aus Regenwaldabholzung. » mehr
- Philip Morris klagt gegen Uruguays Raucherschutzgesetze. » mehr
Um so mehr Leute abstimmen, um so mehr Druck erzeugen die Awards, also ab dafür!
Sonst noch lohnenswert auf der Seite ist deren Hall of Shame, mit den Gewinnern der letzten Jahre. Für alle die sich nicht noch weiter durch diese quälend langsame Seite klicken wollen, pflegen wir die mal bei Zeiten bei uns ein.
tags: Atomkraft, CSR, IT, Klima, Konflikt-Mineralien, Lobbyismus, Marken/Konzerne, Regenwald, Sweatshops
Wichtige Initiative! Auch wenn eine Sache wie das World Economic Forum in meinen Augen nicht grundsätzlich schlecht ist und sicher nicht jedes teilnehmende Unternehmen so enormen Dreck am Stecken hat, so ist es doch ungemein wichtig, die schwarzen Schafe in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.
Der like Button wuerde sich gut auf der Seite machen, oder habe ich ihn uebersehen?
Ich denke es ist ein Treffen, welches den Profit in den Vordergrund stellt und nicht den Menschen.
Sogar die Kritik bei Wikipedia ist halb so lang wie der Rest des Artikels:
http://de.wikipedia.org/wiki/WEF#Kritik
Übrigens, NesteOil hat gewonnen! Hier könnt ihr gratulieren: http://www.nesteoil.com/default.asp?path=1,42,801
Ich denke es stellt die Interessen der teilnehmenden großen Unternehmen in den Vordergrund. Und die sind leider oftmals eher dem Profit und weniger der Menschlichkeit oder Nachhaltigkeit untergeordnet.
Ich wollte nur mal festhalten, dass es grundsätzlich keine schlechte Idee ist, wenn sich die mächtigsten Unternehmen und Industrien gemeinsam an einen Tisch setzen. Trotzdem ist’s natürlich nötig, dass an diesem Tisch auch die notwendigen und kritischen Themen ausgebreitet werden, um der enormen weltweiten Verantwortung gerecht zu werden.
Haha – soweit die Theorie …
das Volk würde erst interessant werden, wenn’s direkt mit dem Gewinn zu tun hat od. der (wg. Aufständen) gefährdet ist.
Keine düstere Weltuntergangsprophezeihung: ich glaube, dass der Kapitalismus (der die Regierungen in der Macht überholt & dank der unverteilten Verantwortlichkeiten weltweit unkontrolliert wuchert) die Welt vor die Wand fahren wird … und das wird allen Staatschefs & Handelnden gleichzeitig erst bewusst, wenn’s zu spät ist und sich alle einer lustigen Global-Krisen-Polonaise anschließen (müssen) … Party hard würd ich mal sagen
Nun, das geht dann schon ein paar Schritte weiter. Komplexes Thema… Das einiges im bestehenden System schief läuft liegt auf der Hand. Das man sich damit nicht einfach abfindet, sondern diese Bedenken äußert und für eine Verbesserung einsteht und protestiert, ist moralisch & ethisch geboten und liegt auch mir am Herzen. Trotzdem find ichs problematisch das komplette Weltsystem mit einem Wisch vollkommen als Böse und/oder gescheitert zu etikettieren. Die Alternativen sind nämlich eher spärlich gesäht… zumindest fällt mir nichts denkbares ein, was von heute auf morgen problemlos und nebenwirkungsfrei den weltweiten Kapitalismus ersetzen könnte. Also welche Konsequenzen zieht man aus so einer Schreckensvision wie deiner oben?
Ich glaube nicht, dass der Kapitalismus an sich “böse” ist. Ich glaube allerdings, dass er Rahmenbedingungen schafft, in denen egoistisches und unsoziales Verhalten nicht gebremst, sondern sogar eher belohnt wird. Um dem entgegenzuwirken brauchts Steuerungssysteme, die den Menschen (und die Umwelt) wieder in Vordergrund rücken, soziale Marktwirtschaft zum Beispiel.
Ich zweifle daran, dass umstürzlerische Weltrevolutionsvorhaben die Menschheit automatisch schnell und sicher von all ihren großen Problemen entledigen. Oder ob sie nicht im ärgsten Falle vielleicht sogar für noch mehr Chaos und Unterdrückung sorgen könnten…
@Schritte weiter: ja, war aus ner Laune heraus … nach der sehenswerten Biosprit-Doku und den Dokus “Für eine andere Welt”, “Collapse”, “Lets Make Money”, “The Corporation” im Hinterkopf.
@System: an sich ist die Globalisierung klasse und ich halte die (wirkliche) soziale Markt-Wirtschaft für gut – davon sind wir mom aber leider meilenweit entfernt.
@Gut/Böse: die Fronten sind -meiner Ansicht nach- auch nicht so klar, da jeder Beteiligter (insb. Entscheider, aber auch Konsumenten in reichen Staaten) seinen kleinen Teil beiträgt – das Übel summiert sich und wird dann gesamt (erst regional, dann übergreifend) zu Leid … und das Tolle dabei ist dieses ‘globale Gefangenendilemma’; wo sich keiner traut anzufangen, um evtl. Nachteil abzuwenden (es würde nur gehen, wenn ALLE mitmachen, od. den kleinen Rest {~ Bsp. Steueroasen} überzeugen)
@Zukunft: ich glaube tats., dass die Menge der Probleme (Ausbeutung etc.) sowie einige ‘Supertrümpfe’ (Bevölkerungsanstieg, Peak Oil, Klimawandel) die bestehenden Katastrophen noch verschlimmern&”globalisieren” werden. (wenn man sich darüber hinaus deren Interaktion versucht vorzustellen, wird diese Prognose noch düsterer)
@Alternativen: jegliche Kommunismus- & Weltrevolutions-Romantik ist für mich Käse und eh zu abstrakt – es braucht mehr Demokratie & (in fast allen Räumen & Instanzen dieser Erde) Menschen, die dies erkennen und handeln (vielleicht es sogar schaffen ein großes MEHR an Kontrolle und Solidarität zu erreichen).
@was man tun kann: trotzdem Flagge zeigen und (wie du bereits sagtest) von seinen demokratischen Rechten Gebrauch machen (sozusagen ein guter ‘Antikörper’ sein)
sodele – ich les noch ne Runde Nostradamus und geh dann pennen … (Scherz! … also das mit Nostradamus
)
@ Geoffrey: Wir arbeiten dran.
@ Grundsatzdebatte: Schön dass wir hier an der Wurzel aller Diskussionen angekommen sind!
In einer spontanen Stellungnahme würde ich behaupten, der Kapitalismus kann funktionieren, wenn es genügend aufgeklärte Kunden gibt, für die der Preis nicht an erste Stelle steht. Und es müssen natürlich die politischen Rahmenbedingungen gegeben sein, für eine soziale Gesellschaft! Die Politik/Demokratie muss “den Kapitalismus” vor sich hertreiben und nicht umgekehrt!
@ WEF: Ich bin kein Experte was die Ergebnisse des WEF angeht, aber ich glaube, hier geht es vordergründig um den Abbau von Handelshemmnissen. Um eine Stärkung des Neoliberalen Kurses. Aber Handelshemmnisse können auch zum Wohle des Menschen bestehen…
Also so viel geschrieben und dazu ein bisschen was auch von mir. Was den Aufgeklärten Kunden angeht, sei bemerkt, dass die Internationalität das Problem sein dürfte. Man sieht die Auswirkungen des eigenen Handeln kaum noch und kann sie daher durchaus ausblenden. Was das Projekt angeht, kann man sicherlich viele Kritikpunkte finden, aber es ist doch zumindest ein versuch etwas zu tun insofern ist es auch in jedem Fall etwas gutes, würde ich sagen.
[...] Public Eye Awards 2011 Donnerstag, 26. Januar 2012 von Eike tags: Atomkraft, Boykott, Eigenkonsum, Finanzmarkt, IT, Kaufentscheidung, Marken/Konzerne, mikrofairkeln, Regenwald, Strom [...]