Henkel findet Palmöl gut – wir nicht!

Eine spannende Protestaktion von Rettet den Regenwald e.V. und Information für die Kaufentscheidung in einem:

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Henkel ist einer der größten Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetika. (Marken von Henkel sind: Pril, Sidol, Persil, Perwoll, Vernel, Sil, Weißer Riese, Spee, Somat, Bref, WC Frisch, Sidolin, Biff, Dixan, Schwarzkopf, Schauma, Fa, Pritt und Terra Aktiv.) Schon seit langem setzt Henkel bei seinen Produkten Palmöl und Palmkernöl ein. Beides wird aus der Ölpalme gewonnen. Henkel verbraucht pro Jahr circa 400.000 Tonnen Palmöl.

Bei der neuen Marke „Terra Activ“ ist der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe – und damit auch des Palmkernöls – besonders hoch. Er liegt bei 85 Prozent. Die Palmöl-Produktion hat fatale Folgen für den Regenwald. Vor allem in Malaysia und Indonesien werden riesige Waldflächen gerodet, um Platz für Monokulturen mit Ölpalmen zu schaffen. Diese dehnen sich weltweit bereits auf 12 Millionen Hektar aus, das entspricht der Fläche Süddeutschlands. Henkel beansprucht davon etwa 100.000 Hektar.

Für Palmöl verlieren die Menschen im Regenwald ihre Heimat und Ernährungsgrundlagen. Der Lebensraum bedrohter Tiere und Pflanzen wird vernichtet. Die Orang-Utan-Menschenaffen werden abgeschlachtet oder landen in Käfigen auf Hinterhöfen. Pestizide verseuchen Böden, Flüsse und das Grundwasser. Nicht zuletzt sind die Folgen für den Klimawandel katastrophal, wenn der Regenwald als globaler CO2-Speicher in Rauch aufgeht. (…)

(mehr lesen und unterschreiben)

Besondere Beachtung verdienen Henkel und Terra Activ dadurch, dass sie diese Marke wider besseren Wissens scheinheilig als besonders biologisch darstellen (zur Werbeseite mit Ester Schweins). So eine bewusste Konsumententäuschung fordert politische Aktion und bewussten Konsum!

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Rettet den Regenwald e.V. hat eine Protestaktion gestartet und bietet ein einfaches Online-Formular zum unterschreiben eines Protestbriefes an Henkel und Ester Schweins.

Auf Regenwald.org findet ihr regelmäßig neue Informationen und Aktionen zum Schutz unserer grünen Schätze und ihrer Bewohner. Reinschauen, Mitmachen, Spenden.

Comments (3)

BiddeDezember 8th, 2009 at 13:35

Hab die Werbung die Tage im Fernsehen gesehen. Also fleißig weiter unterschreiben!

Schauma und Pril sind von meinem Einkaufszettel verschwunden.

EikeDezember 11th, 2009 at 10:30

Aktion ist beendet.

adminJanuar 25th, 2010 at 17:01

Zunächst möchten wir uns bei Ihnen bedanken, dass Sie sich an uns wenden. Denn nur so haben wir die Möglichkeit, Ihnen Informationen rund um das Thema Palmöl und Palmkernöl zu geben und Ihnen die Situation umfassender zu schildern als sie im Artikel in „Regenwald Report 4/2009“ dargestellt wurde. Gleichzeitig möchten wir die Gelegenheit nutzen, falsche Angaben in der Berichterstattung richtigzustellen. Denn schon der Titel des Artikels („Verzichten Sie auf Palmöl, Firma Henkel!“) zeigt deutlich, dass der Unterschied zwischen Palmöl und Palmkernöl nicht verstanden wurde und damit auch nicht das Anliegen von Henkel.

Warum wir zwischen Palmöl und Palmkernöl unterscheiden und uns dieser Unterschied wichtig ist?
Gern möchten wir Ihnen diese Frage, die Sie sich nun vermutlich stellen,
beantworten: Palmöl wird vor allem für Nahrungsmittelzwecke gewonnen. Bei der Gewinnung von Palmöl aus der Frucht der Ölpalme fällt auch Palmkernöl an (ca. 10 Prozent der Palmölmenge), das zusammen mit Kokosnussöl (zusammenfassend als „Laurics“ bezeichnet) auch als Grundstoff für die Herstellung von Tensiden (waschaktiven Substanzen) für Wasch- und Reinigungsmittel und Kosmetikprodukte dient. Da Henkel selbst keine Tenside herstellt, sondern sie von externen Lieferanten bezieht, haben wir aufgrund
der Komplexität der Lieferkette allerdings keine genaue Kenntnis über das exakte Verhältnis und die Herkunft der als Rohstoffe eingesetzten Laurics. Insgesamt nutzt Henkel jedoch weniger als 0,2 Prozent der weltweit produzierten Öle aus der Palme – und hier vor allem das Palmkernöl.

Vermutlich fragen Sie sich, warum Henkel überhaupt Tenside einsetzt, die auf Basis von Palmkernöl und Kokosnussöl hergestellt wurden.
Zu unserem Verständnis von nachhaltigem und gesellschaftlich
verantwortlichem Wirtschaften zählen auch eine nachhaltige
Rohstoffwirtschaft und der Schutz der natürlichen Ressourcen: Grundsätzlich ist es daher ein zentrales Bestreben der Forschung und Entwicklung von Henkel, erdölbasierte Inhaltsstoffe zu ersetzen. Denn der begrenzt verfügbare, fossile und kohlendioxidintensive Rohstoff Erdöl soll geschont werden. So setzt Henkel seit vielen Jahrzehnten Inhaltsstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe ein, wenn dies unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Gesichtspunkte möglich ist. Dabei spielen die „Laurics“ eine zentrale Rolle. Trotz intensiver Forschungsarbeiten gibt es immer noch keine „Laurics“ aus einheimischer Produktion. Deshalb ist eine nachhaltige Produktionsweise der tropischen Öle von so großer Bedeutung.

Es ist uns wichtig, dass diejenigen, die ihre Plantagen verantwortungsvoll betreiben und die Ölpalme zum Beispiel in kleinbäuerlichen Betrieben anbauen, einen Anreiz erhalten, weiterhin nachhaltig zu wirtschaften. Deshalb engagiert sich Henkel seit 2003 beim so genannten “Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl” (Round Table on Sustainable Palmoil, RSPO). Als sichtbares Zeichen seines Engagements ist Henkel seit April 2008 auch offizielles Mitglied beim RSPO, der im Jahr 2003 auf Initiative des WWF gegründet wurde. Er ist eine weltweite und gemeinsame Initiative von Vertretern sämtlicher Akteure, die entlang der Lieferkette aktiv sind. Erklärtes Ziel ist die Förderung des nachhaltigen Palmölanbaus und -gebrauchs durch Kooperation in der Beschaffungskette und einen offenen Dialog aller Beteiligten.

Zum RSPO:
Am RSPO sind Unternehmen aus allen Teilen der Lieferkette von Palmöl und Palmkernöl beteiligt. Die im RSPO vertretenen Gruppen haben sich zum Ziel gesetzt, dass diese nachwachsenden Rohstoffe unter strengen Kriterien der Nachhaltigkeit gewonnen werden, dieses mit Hilfe entsprechender Nachweise (Zertifikate) zu belegen und die Verwendung der so gewonnenen Rohstoffe zu fördern. Die Zertifizierung der Plantagen erfolgt nach den RSPO Principles & Criteria (www.rspo.org), die unter anderem Anbaumethoden und Arbeitsbedingungen auf den Plantagen festlegen. Die Einhaltung der
Bedingungen wird dann in einem Audit überprüft. Die „National
Interpretation“ der RSPO-Bedingungen dient den unabhängigen Auditoren als Grundlage für das Audit. Die Auditoren bedürfen wiederum der Akkreditierung durch den RSPO. Zu den Auditoren zählen international renommierte Unternehmen wie z.B. SGS SA oder TÜV Nord AG bzw. TÜV Rheinland AG. Dies ist Teil der Offenheit und Transparenz des RSPO-Prozesses.

Die Markenprodukte Terra Activ von Henkel und die Zertifikate für
nachhaltiges Palmkernöl: Alle Markenprodukte von Henkel zeichnen sich durch ihre hohe Leistungskraft und gute Umweltverträglichkeit aus. So ist die Verpflichtung “Qualität und Verantwortung”, die seit Beginn des Jahres 2008 weltweit auf allen Wasch- und Reinigungsmitteln mit einem Logo dokumentiert wird, ein weiterer Schritt in dieser Tradition. Bei der Entwicklung der Wasch- und Reinigungsmittel der neuen Marke Terra Activ haben wir das Ziel verfolgt, dass ein besonders großer Anteil der Inhaltsstoffe auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Um sicherzustellen, dass für die zur Herstellung der Tenside in jedem einzelnen Terra Activ Produkt eingesetzte Menge an Palmkernöl eine entsprechende Menge an nachhaltigem Palmkernöl produziert
und in den Markt gebracht wurde, hat Henkel – als erstes Unternehmen
weltweit – für die Produkte der Marke Terra Activ Zertifikate für
nachhaltiges Palmkernöl gekauft. Der RSPO unterscheidet drei Systeme für zertifiziertes Palmöl/Palmkernöl. Das von Henkel favorisierte System ist das so genannte „Book & Claim”-System: Dieses System des Zertifikatehandels trennt die Zertifikate von den physischen Produktströmen. Da wir selbst ganz überwiegend nur die Tenside und nicht Palmkernöl beziehen, sehen wir das „Book & Claim”-System neben unserer Mitarbeit im RSPO momentan für uns als die einzige Möglichkeit an, eine nachhaltige Palmölwirtschaft zu unterstützen.

Denn es gilt zu erreichen, dass – wann immer Palmöl bzw. Palmkernöl als Basis für Inhaltsstoffe eingesetzt wird – dieses Öl einer nachhaltigen
Palmölwirtschaft entstammt. Durch die Zertifikate ergeben sich auch für
kleinere, nicht am internationalen Handel beteiligte Produzenten
finanzielle Anreize, ihre Produktion nachhaltig zu gestalten. Denn
prinzipiell gibt es in ausreichendem Ausmaß Flächen zur Ausweitung der
nachhaltigen Palmöl- und Palmkernölwirtschaft. Die Abholzung des
Regenwaldes hat allein ökonomische Gründe, da durch den Verkauf des Holzes zusätzlicher Profit geschaffen wird. Durch den Verkauf der Zertifikate erhält jedoch der Plantagenbetreiber einen ökonomischen Anreiz, auf das Abholzen des Regenwaldes zu verzichten.

Es ist uns bewusst, dass es neben Befürwortern auch Kritiker des RSPO gibt. Für uns ist der RSPO jedoch nur ein Weg, nicht das Ziel, und wir arbeiten konkret an der Weiterentwicklung des Konzepts. Würden wir und die anderen im RSPO vertretenen Gruppen diesen Weg beenden, besteht keine Chance auf eine Besserung der Situation in Regionen, in denen die Ölpalme angebaut wird.

Alle vorstehenden Informationen haben wir bereits am 03.11.2009 der
Organisation Rettet den Regenwald zur Verfügung gestellt, verbunden mit dem Angebot, in einen konstruktiven Dialog einzutreten. Wir bedauern sehr, dass sowohl unser Schreiben als auch unser Angebot bis heute ohne Resonanz seitens dieser Organisation geblieben sind.

Wir hoffen, dass wir Ihnen die Ernsthaftigkeit unseres Interesses und
unseres Anliegens in Bezug auf eine nachhaltige Palmöl- und
Palmkernölwirtschaft vermitteln konnten.

Mit freundlichen Grüßen
Regina Leonhardt

Henkel AG & Co. KGaA
Consumer Relations
Fon: D 0800 111 2290
Fon: A 0800 711 045
Fax: 0049211 798 2453
Internet: http://www.henkel.de

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