Israel – Palästina – Nahostkonflikt

Ein Konflikt der schon älter ist als die große Mehrheit von uns. Jahrzehnte von Friedensverhandlungen. Immer wieder Scheitern. Wie auch jetzt. Was folgt – Raketen, abgefeuert von radikalen Palästinensern auf der einen Seite und ein unerbitterlicher Militärschlag gegen die palästinensischen Gebiete, mit vielen zivilen Opfern, von der anderen Seite. Dadurch wieder eine Radikalisierung beider Seiten, Erstarkung der radikalen Parteien, Fortführung von Konfliktpolitik. Israel führt seine illegale Siedlungspolitik fort, verdrängt die Palästinenser immer weiter und macht zukünftigen Frieden noch unwahrscheinlicher. Terrorakte radikaler Palästinenser spielen ihnen zur Legitimation in die Karten.

Aber warum das alles? Warum kann es keinen Frieden geben?

Mauerkuss

So einfach ist es zwischen den beiden Kriegsparteien leider nicht. Ein Artikel der Juni-Ausgabe der Le Monde diplomatique bringt das Problem der Verhandlungen auf den Punkt: “Scheitern als Prinzip”.

Mittlerweile sind große Teile der internationalen Politik immerhin der Meinung, dass es eine Zweistaatenlösung geben müsse. Sogar Obama und Merkel äußerten diese Ansicht. Und die palästinensischen Verhandelnden waren dafür zu weitreichenden Zugeständnissen bereit. Doch Israel lehnte ab. Es solle die absolute Kontrolle über das Westjordanland gefordert haben. Also eine zeitliche unbegrenzt fortdauernde Besatzung – im Interesse ihrer Sicherheit. Zum wiederholten Male wird deutlich, dass Israel nicht an einer Lösung des Konfliktes und einem eigenständigen palästinensischen Staat interessiert ist.

Ohne internationalen Druck auf Israel wird es also keine Lösung des Konflikts geben. Aber so lange Israel Friedensverhandlungen führt, nehmen sie damit Sanktionsforderungen und Boykottaufrufen den Wind aus den Segeln. Und in der Zwischenzeit schaffen sie weitere Fakten, verletzen das Völkerrecht und die Menschenrechte. Nach 40 Jahren muss dieses Schauspiel endlich aufhören!

Die geschichtsgeschuldete oder geopolitische Zurückhaltung der Staaten nicht länger beachtend, weitet sich inzwischen eine zivilgesellschaftliche Boykott-Kampagne aus. Nicht israelische Produkte allgemein, sondern lediglich Produkte der Firmen, welche vom illegalen Siedlungsbau profitieren, oder dort produzieren, werden zunehmend boykottiert.

Unter anderem der finanzstarke norwegische Pensionsfond setzte nun aus diesem Grund zwei Firmen auf die Schwarze Liste und ein niederländischer Pensionsfond zog Kapital aus israelischen Banken ab. Oxfam kündigte die Zusammenarbeit mit Scarlett Johansson, weil sie Werbung für SodaStream machte.
Auch hier lohnt sich ein weiterer Artikel in der Le Monde diplomatique.

Während sich hierzulande die Zivilgesellschaft und Friedensbewegung zurück hält und dieses heiße Eisen scheinbar nicht anfassen will, hat Avaaz (als internationale NGO) nun die Boykottkampagne aufgegriffen und eine Petition an BP, HP, Veolia, Barclays, Caterpillar und G4S gestartet, damit sie ihre Investitionen beenden. Schließ dich an und erhöhe den Druck, jetzt unterschreiben: https://secure.avaaz.org/de/israel_palestine_this_is_how_it_ends_loc/?fpla

Dies sind Kriegsverbrechen, die wir nirgendwo anders dulden würden. Warum also in Palästina? Vor einem halben Jahrhundert zogen Israel und seine arabischen Nachbarn in den Krieg und Israel besetzte das Westjordanland und den Gazastreifen. Gebietsbesetzungen infolge von Kriegen finden die ganze Zeit statt. Doch keine Militärbesetzung sollte in eine jahrzehntelange Zwangsherrschaft ausarten, die nur Extremisten dient, die unschuldige Menschen terrorisieren. Und wer trägt das Leiden? Familien auf beiden Seiten, die einfach nur Freiheit und Frieden wollen.
(Avaaz)

Jean Ziegler, der ehemalige Sonderberichterstatter der UNO, beschreibt den Nahostkonflikt in seinem Buch “Der Hass auf den Westen” als eines der größten Glaubwürdigkeitsprobleme in der Menschenrechtspolitik Europas, weil der Westen auf diesem Auge blind zu sein scheint. Das spielt den Radikalen in die Hände, welche gerade in allen großen deutschen Städten die Grenzen zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus verwischen. Dem muss sich dringend entgegengestellt werden! Zeigen wir den Palästinensern, dass sie nicht allein sind und dass sich ein friedlicher Protest für ihre Rechte einsetzt. Damit stellen wir uns der Radikalisierung und auch dem Antisemitismus entgegen! Es geht nicht darum sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen, sondern sich für Frieden, Toleranz und Menschenrechte einzusetzen!

“Die Rechte der Palästinenser im Namen unseres Exklusivrechts auf das Land mit Füßen zu treten, könnte irgendwann dazu führen, dass Israel aus der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen wird. Und wenn es dazu kommt, hat das nichts mit Antisemitismus zu tun.”
(Zeev Sternhell), Israelischer Historiker

Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien

mikrofairkel.de wünscht euch eine schöne und faire WM!

Foulspiel – und wir alle schauen zu?

Einige Hintergründe hier:

http://www.taz.de/Essay-Politische-Polarisierung-in-Brasilien/!139940/
Ausführlicher Bericht “Gekaufte Spiele” von der Freitag / BIG Business Crime

Europawahl – wählen gehen – Zukunft entscheiden!

Die Grafik des momentanen Wählerpotenzial rechter Parteien in Europa zeigt, was für einen Rechtsruck durch die europäische Parteienlandschaft gegangen ist. In vielen nationalen Parlamenten sind bei den letzten Wahlen neue rechtspopulistische Parteien eingezogen. Sie machen viele nationalistische Positionen salonfähig. (Erschienen in der Berliner Zeitung)

rechteparteienlandschaft

Ein Guter Artikel dazu auch in der Lemonde diplomatique.

das deutsche Pendant zu dieser Strömung lässt sich in der AfD finden. Auch wenn sie noch deutlich subtiler vorgehen als vergleichbare Parteien in Europa. Mehr dazu sicherlich noch später.

Die anstehende Europawahl birgt die Gefahr, dass sich diese Machtverhältnisse auch auf das europäische Parlament übertragen. Da gilt es entschlossen entgegen zu treten – wählen zu gehen!

Aber wir wollen uns auf gar keinen Fall einreihen in die einsilbige Forderung ‘nur wählen zu gehen weil sonst die Nazis kommen’! Es gibt auch so schon mehr als ausreichend Gründe wählen zu gehen!

Es ist wieder Krieg auf dem europäischen Kontinent | Das anstehende Freihandelabkommen TTIP (Campact-pdf mit Positionen der Parteien zum TTIP) | Klimaschutz | Nord-Süd-Beziehungen … Nur vier von vielen relevanten europäischen Themen.

Einen der schwerwiegendsten sehe ich in der europäischen Verantwortung am Tod von tausenden Flüchtlingen auf den verschiedensten Fluchtrouten auf dem Weg nach Europa. Hier unterscheiden sich auch die Parteien außerhalb des rechten Randes enorm! Ich stelle mir oft vor (vorausgesetzt dass unserer Welt eine bessere Zukunft bevorsteht) dass uns unsere Kinder oder Enkel einmal fragen, wie wir es zulassen konnten, dass unsere Gesellschaft das Mittelmeer zu einem riesigen Massengrab gemacht hat. Was sagen wir dann? ‘Sorry Schatz, aber das hat mich damals überhaupt nicht interessiert, ich war viel zu sehr mit alltäglichem, meinem eigenen Glück und einkaufen beschäftigt.’ Zugegeben, auch das ist vielleicht etwas populistisch. Da bin ich für Diskussionen offen!

Und natürlich läuft in Europa einiges schief! Und es gibt die Gurke, die Glühbirne, Staubsauger und Kaffeemaschine… Für viele Probleme der EU wäre allerdings ein stärkeres Europaparlament der erste Weg zur Besserung. Wenn du ernsthaft wegen deiner Kaffeemaschine nicht bereit bist deine Wahl für eine Richtung in der Lösung der großen Probleme der Menschheit zu treffen, dann viel Spaß mit deinem kalten Kaffee und der Nörgelei!

Allen anderen wünschen wir eine Gute Wahl!

Kein Deal mit den Atomkonzernen

Atomdeal

Die Atomkonzerne haben jahrelang kräftig von den AKWs profitiert, auch weil der Staat bereits viele Kosten der Atomkraft mitgetragen hat. Z.B. was den Transport und die Lagerung von Atommüll angeht. Nach diesem Prinzip war es möglich die Atomkraft als billigen Strom anzupreisen. Die großen Stromkonzerne wurden also bereits gut mit Steuergeldern subventioniert. Und auf den deutschen Staat werden mit den Altlasten der Atomkraft auch so schon noch genug Kosten zukommen! Wie unter anderem an den Problemen im Zwischenlager Asse zu beobachten ist.

Jetzt wo es für die Großkonzerne aber mal darum geht auch für die wahren Kosten aufzukommen – Abwicklung der AKWs nach Abschaltung und Atommüll-Endlagerung – wollen sie plötzlich gar nicht mehr so viel mit der Atomkraft zu tun haben und die Kosten komplett auf uns abwälzen! Druck üben sie dabei mit ihren milliardenschweren Klagen aus, die sie gegen die Bundesrepublik erhoben haben.

Die Bundesregierung erklärt sich mittlerweile zu Verhandlungen bereit.
Nicht so leicht mit uns! Keinen schmutzigen Deal mit den großen Stromkonzernen! Die Politik ist oft etwas kurzsichtig. Aber dieses Mal darf sie die eventuellen Einsparungen wegen der zurückgezogenen Klagen auf gar keinen Fall gegen die zukünftigen unkalkulierbaren Kosten der Atomkraft-Abwicklung eintauschen! Für diese Campact-Kampagne gibt es genug Gründe zur Unterschrift! Der Politik das Rückgrat stärken:

https://www.campact.de/kein-atom-deal/

Weitere Infos zu den Kosten des Atomausstiegs und wer sie tragen muss, hat Greenpeace in einer Studie untersucht. Fazit: Die Konzerne könnte sich aus der Verantwortung stehlen, wenn nicht rechtzeitig klare gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Und würden sie das wohl tun?

Head & Shoulders – vernichtet nicht nur Schuppen

Kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung!

Palmöl steht seit einiger Zeit in der Kritik oft auf Kosten des Regenwaldes produziert zu werden. Der Absatzmarkt für Palmöl ist gut, es ist mittlerweile in unzähligen Produkten von Seife und Cremes über Kerzen bis hin zu vielen Lebensmitteln und Treibstoff enthalten. Dementsprechend müssen viele Urwaldflächen, teils durch legale und teils durch illegale Rodung, den Palmöl-Monokulturen weichen. Und darunter leiden nicht nur die Urwaldriesen, sondern natürlich auch die Artenvielfalt (besonders Orang-Utans sind hier immer wieder im Fokus), die einheimische Landbevölkerung (bis hin zum Mord) und natürlich das Klima.

Rettet den Regenwald macht macht des öfteren Palmöl-Kampagnen. Äquivalent zum best-in-class-Ansatz greifen sie die größten, bekanntesten und oder schlimmsten Konzerne heraus und appelieren an die Konsumentenverantwortung. Aktuell steht mal wieder die Deutsche Bank im Fokus.

Greenpeace hat sich in diesem Fall Head & Shoulders von Procter & Gamble rausgepickt. Mit dem Appell an die Konsumentenverantwortung und einer Unterschriftenaktion soll P&G dazu bewegt werden schmutziges Palmöl aus ihrer Lieferkette zu verbannen.

Das billige Bio-Ei zum Frühstück

Montag – verpasstes Sonntagsfrühstück nachholen – guter Start in einen freien Tag! Und natürlich auch mit gekochtem Frühstücks-Ei! Aber die 6er-Packung Bioland Eier, welche jeden Dienstag mit der Gemüsekiste geliefert wird, ist am Wochenende leider schon für einen Geburtstagskuchen draufgegangen. Also gut, schnell runter zu Penny und eine Packung B!O-Eier holen, das kann man doch auch mal machen… oder?

Guten Morgen Neugier! Bis das Wasser kocht noch gerade schnell nachschauen wo die Eier herkommen. Gerade kurz vor Ostern doch mal eine gute Idee! “Fürstenhof 0-DE-1327862″ steht in roter Schrift auf der Eierschale. Was-steht-auf-dem-ei.de hilft mir beim Entschlüsseln: 0 = Bio / DE ist klar / 13 = Mecklenburg-Vorpommern /27862 bezeichnet den Hof, in diesem Falle die Farm Dalwitz der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof. Hier kann ich direkt auf googlemaps sehen wo mein Ei herkommt, das ist doch mal Transparenz!

Die Recherche über Hof und Erzeugergemeinschaft geht dann schnell. Die Fotos auf der eigenen Website sehen ganz gut aus. Über die Schrot und Korn erfahre ich, dass die Fürstenhof EG in der Doku “Wie billig kann bio sein?” vorkommt. Oder eher gesagt nicht ganz so gut wegkommt:

Das mildert den Genuss dann doch etwas. Natürlich sind die Bilder der Doku nur eine Momentaufnahme und wie so oft bei diesem Medium ziemlich schwarz-weiß. Aber es ist schließlich ein starker psychologischer Mechanismus, dass wir gerade von “den Guten” keinerlei Fehltritte dulden: Von Bischöfen, Richtern, Vegetariern, Biobauern und anderen Moralaposteln wird eben absolute Perfektion und Reinheit erwartet. Ist doch ein Fleck auf der Weste fühlen wir uns umso mehr verraten – oder eben uns selbst dadurch besser – je nach Standpunkt.

Hätte ich also stattdessen genauso gut auch konventionelle Eier kaufen können, weil diese Perfektion nicht gegeben ist? Ganz klares NEIN. Auch wenn die Zustände in diesem Hühnerstall nicht so waren, wie wir uns das vorstellen und die Betreiber wohl eher Profitinteressen verfolgen und weniger ethische Grundsätze. Trotzdem müssen sie die Anforderungen des EU-Siegels erfüllen und werden mindestens einmal im Jahr kontrolliert, z.B. in Bezug auf die Verwendung ökologischer Futtermittel. Das ist immer noch mehr als die konventionellen Betriebe erfüllen müssen. Und da solche Meldungen auch nunmal schlecht für das Geschäft sind, bestehen auch Profitinteressen diese Mängel abzustellen. Und machen wir uns nichts vor, Filmaufnahmen von Tierschützern in konventionellen Betrieben kennen wir ja auch schon zur Genüge. Ein Vergleich verschiedener Haltungsformen finden wir im ZDF-zoom “das gelbe vom Ei“.

Aber es bleibt natürlich das Fazit der Doku: “Qualität und Ethik haben ihren Preis.” Und wenn wir in einen Discounter gehen, wo das oberste Gebot der niedrige Preis ist, sollten wir uns nicht wundern, dass Qualität und Ethik nicht über die Mindestanforderungen hinaus gehen und manchmal eben dann auch nicht erfüllt werden. Wer mehr erwartet sollte nicht beim Discounter suchen, sondern sich nach den Siegeln umschauen, die mehr versprechen (Bioland, Demeter, etc.) und dann auch mehr bezahlen. Einen Artikel zur Übersicht über die verschiedenen Siegel hatten wir schon mal.

Und mein Frühstücks-Ei-Fazit? Es ist schön, dass auch konventionelle Betriebe auf biologische Landwirtschaft umstellen, ganz gleich aus welchem Interersse. Aber die Mindestanforderungen und die Kontrollen für das staatliche Bio-Siegel müssen dringend angehoben werden. Schön wäre als Bedingung eine bäuerliche Landwirtschaft, so wie es die AbL fordert. Bis es dazu kommt, sollten sich immerhin die “besseren” Bio-Siegel deutlich positionieren und von der Bio-Massentierhaltung abgrenzen!

Ich hab ja nichts gegen Schwule – Aber …

ein großes homophobisches “Aber” im Kopf.
Das führt soweit, dass eine Petition gestartet wurde, welche sich gegen den neunen Bildungsplan in Baden-Württemberg richtet, weil dieser Toleranz und einen reflektierten Umgang mit Stereotypen als Lernziele definiert. Die Ablehnung des Bildungsplans begründet die Petition unter anderem mit der statistisch höheren Suizidgefahr Homosexueller und der überproportionalen Betonung eines bestimmten “Lebensstils”.

Die Satiresendung quer vom Bayrischen Rundfunk bringt die Hintergründe treffend auf den Punkt und führt die Argumentation fort. Gerade in Bezug auf die verdeckten Vorurteile und Abneigungen:

Campact hat ebenfalls eine Petition gestartet, um ein deutliches Zeichen für die Vielfalt zu setzen. Unterschreiben dass es eine breite Mehrheit für eine tolerante Gesellschaft gibt und dem Kultusminister den Rücken stärken!

https://www.campact.de/vielfalt-gewinnt/appell/teilnehmen/

Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Wir wollen eine Gesellschaft, die aus gelebter Vielfalt und Toleranz erwächst. Wir freuen uns, wenn Menschen sich lieben.

Weihnachtseinkauf bei Amazon?

Amazon – der praktische Online-Einkauf. Gerade zu Weihnachten einfach, schnell und praktisch. In der Vorweihnachtszeit macht Amazon immerhin ungefähr 70% seines Jahresumsatzes. Aber was steckt dahinter? In letzter Zeit häufen sich Kritikpunkte über die schlechten Arbeitsbedingungen und Geschäftspraktiken bei Amazon.

Die im Juni in der ARD veröffentlichte Reportage “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon” gibt einen Blick hinter die Kulissen des Weihnachtsgeschäfts im letzten Jahr. Ein Zeitungsartikel aus der Le Monde diplomatique vom 8. November vervollständigt das Bild. Beides sehr sehens- bzw. lesenswert! Wir fassen einige Kritikpunkte zusammen:

- “moderne Sklavenarbeit” (siehe Reportage)
- Ausnutzung von europäischen Wanderarbeitenden
- Unnötig viele befristete Arbeitsverhältnisse
- Überwachung und Verletzung der Privatssphäre der Angestellten

- Zerstört Arbeitsplätze im lokalen Einzelhandel

Der Französische Buchhändlerverband hat errechnet, dass ein Buchladen bei gleichem Umsatz 18-mal so viele Arbeitsplätze generieren würde wie der Onlineverkauf. Für 2012 schätzt die American Booksellers Association die Zahl der durch Amazon vernichteten Arbeitsplätze im Buchhandel auf 42 000.

- Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit
- Steuervermeidung auf der einen Seite
- Und kassieren von staatlichen Subventionen auf der anderen Seite
- Mit “Einstiegspraktika” lässt sich amazon Arbeitskräfte von der Agentur für Arbeit bezahlen
- Viele weitere Kritikpunkte entsprechend einer streng neolieberalen Firmenpolitik
(wikipedia.org/Kritik-an-Amazon und Le Monde diplomatique)

Fazit von Günter Wallraff:
“Das ist ein internationaler Konzern, der nach einer klaren Ideologie organisiert ist. Sein System stellt uns nicht vor die einfache, neutrale Frage, ob wir in seinem Internetshop konsumieren wollen oder nicht; er stellt uns politische Fragen und verlangt eine gesellschaftliche Entscheidung.”amazon

(ähnliche Verhältnisse auch bei anderen großen Online-Versandhändlern, ZDF-zoom auf Zalando)

Und ewig währt die Ölpest – Teil 2

shell stoppen

Im Februar hatten wir bereits einen kurzen Artikel zu dem Thema: Eine der größten Umweltkatastrophen der Welt – aber unbeachtet – die Öl-Verseuchung im Nigerdelta. Der Umweltgiftreport 2013 der Schweizer Stiftung Green Cross zählt das Nigerdelta zu den zehn am stärksten verschmutzten Orten der Welt. Trotzdem passiert kaum etwas. Zu viel Geld ist im Spiel, zu wichtig ist das Öl!

Vor einiger Zeit hat der BUND im Zuge einer größeren Kampagne auch eine Petition gestartet um die Menschen und die Umwelt im Nigerdelta zu unterstützen. Hilf mit diese menschengemachte Katastrophe bekannter zu machen und unterschreibe die Petition:

(Häkchen entfernen wenn du keine weiteren emails erhalten willst
und nach dem unterzeichnen den Link in der Bestätigungsemail klicken.)

Zum vorherigen Artikel mit Kurzreportage: Und ewig währt die Ölpest

Wahl 2013 – Teil 3/2: 10 gute Gründe nicht traurig zu sein

Zugegeben,

der gestrige Wahlabend hat uns auch nicht sehr gefreut. Nun kann “Mutti” mit der SPD (möglicherweise ohne Steinbrück) weiter regieren, da sich die Mehrheit der Deutschen mit guten Wirtschaftszahlen zufrieden gibt und große Probleme des Landes (s. letztem Artikel) nicht angegangen werden. Aber positiv denken war noch nie passender und sinnvoller denn je:

- immerhin war es eine demokratische Wahl ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten, das ist (weltweit betrachtet) freilich keine Selbstverständlichkeit
- außerdem war die Wahlbeteiligung mit circa 73 Prozent höher als das letzte Mal
- immerhin ist die FDP raus … also allzu neoliberal wird es erstmal nicht zugehen
- immerhin vertritt die nächste Regierung die Mehrheit der an der Demokratie Beteiligten; außerdem repräsentiert eine sehr wahrscheinliche große Koalition sogar die Mehrheit der Deutschen, inklusive Nichtwähler, und ist scheinbar sowieso deren Wunschkoalition)
- somit kann man diese Mehrheit auch in den nächsten vier Jahren für einfach alles verantwortlich machen :D

Unsere kleine Welt

- wenn man sich dafür das Lachen angewöhnt, kann eine schlechte Regierung sehr amüsant sein
- hätte man ausnahmsweise Nikolaus Blome von der Bild-… ahem, vom Spiegel geglaubt, dann wäre dies die letzte Amtszeit von Allzweckwaffe Angela Merkel … solche Gerüchte kommen doch nicht von ungefähr, oder? ;)
- laut der Wählerschaft der Parteien nach Geschlecht und Altersgruppen 2009 und 2005 in Prozent sind vor allem Wähler der großen beiden Parteien besonders alt und möglicherweise in zwei bis drei Legislaturperioden nur noch in geringerer Zahl vorhanden
- es wird auch weitere vier Jahre genügend Gründe geben zu bloggen, gemeinsam mit euch zu demonstrieren und sich über die da oben herrlich aufzuregen
- auch ohne Politik verändert sich die Gesellschaft im Kleinen immer weiter und die gesellschaftlichen Bewegungen machen weiter, ob nun in NGOs, Gemeinschaftsgärten und mehr, Transition Towns, Energiegenossenschaften, Reparatur- Tausch-/Leih-/Mietzirkeln und bei vielen weiteren Aktionen

So, nun schauen wir wieder frohen Mutes in die Zukunft.

Neues aus der Anstalt

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