Head & Shoulders – vernichtet nicht nur Schuppen

Kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung!

Palmöl steht seit einiger Zeit in der Kritik oft auf Kosten des Regenwaldes produziert zu werden. Der Absatzmarkt für Palmöl ist gut, es ist mittlerweile in unzähligen Produkten von Seife und Cremes über Kerzen bis hin zu vielen Lebensmitteln und Treibstoff enthalten. Dementsprechend müssen viele Urwaldflächen, teils durch legale und teils durch illegale Rodung, den Palmöl-Monokulturen weichen. Und darunter leiden nicht nur die Urwaldriesen, sondern natürlich auch die Artenvielfalt (besonders Orang-Utans sind hier immer wieder im Fokus), die einheimische Landbevölkerung (bis hin zum Mord) und natürlich das Klima.

Rettet den Regenwald macht macht des öfteren Palmöl-Kampagnen. Äquivalent zum best-in-class-Ansatz greifen sie die größten, bekanntesten und oder schlimmsten Konzerne heraus und appelieren an die Konsumentenverantwortung. Aktuell steht mal wieder die Deutsche Bank im Fokus.

Greenpeace hat sich in diesem Fall Head & Shoulders von Procter & Gamble rausgepickt. Mit dem Appell an die Konsumentenverantwortung und einer Unterschriftenaktion soll P&G dazu bewegt werden schmutziges Palmöl aus ihrer Lieferkette zu verbannen.

Das billige Bio-Ei zum Frühstück

Montag – verpasstes Sonntagsfrühstück nachholen – guter Start in einen freien Tag! Und natürlich auch mit gekochtem Frühstücks-Ei! Aber die 6er-Packung Bioland Eier, welche jeden Dienstag mit der Gemüsekiste geliefert wird, ist am Wochenende leider schon für einen Geburtstagskuchen draufgegangen. Also gut, schnell runter zu Penny und eine Packung B!O-Eier holen, das kann man doch auch mal machen… oder?

Guten Morgen Neugier! Bis das Wasser kocht noch gerade schnell nachschauen wo die Eier herkommen. Gerade kurz vor Ostern doch mal eine gute Idee! “Fürstenhof 0-DE-1327862″ steht in roter Schrift auf der Eierschale. Was-steht-auf-dem-ei.de hilft mir beim Entschlüsseln: 0 = Bio / DE ist klar / 13 = Mecklenburg-Vorpommern /27862 bezeichnet den Hof, in diesem Falle die Farm Dalwitz der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof. Hier kann ich direkt auf googlemaps sehen wo mein Ei herkommt, das ist doch mal Transparenz!

Die Recherche über Hof und Erzeugergemeinschaft geht dann schnell. Die Fotos auf der eigenen Website sehen ganz gut aus. Über die Schrot und Korn erfahre ich, dass die Fürstenhof EG in der Doku “Wie billig kann bio sein?” vorkommt. Oder eher gesagt nicht ganz so gut wegkommt:

Das mildert den Genuss dann doch etwas. Natürlich sind die Bilder der Doku nur eine Momentaufnahme und wie so oft bei diesem Medium ziemlich schwarz-weiß. Aber es ist schließlich ein starker psychologischer Mechanismus, dass wir gerade von “den Guten” keinerlei Fehltritte dulden: Von Bischöfen, Richtern, Vegetariern, Biobauern und anderen Moralaposteln wird eben absolute Perfektion und Reinheit erwartet. Ist doch ein Fleck auf der Weste fühlen wir uns umso mehr verraten – oder eben uns selbst dadurch besser – je nach Standpunkt.

Hätte ich also stattdessen genauso gut auch konventionelle Eier kaufen können, weil diese Perfektion nicht gegeben ist? Ganz klares NEIN. Auch wenn die Zustände in diesem Hühnerstall nicht so waren, wie wir uns das vorstellen und die Betreiber wohl eher Profitinteressen verfolgen und weniger ethische Grundsätze. Trotzdem müssen sie die Anforderungen des EU-Siegels erfüllen und werden mindestens einmal im Jahr kontrolliert, z.B. in Bezug auf die Verwendung ökologischer Futtermittel. Das ist immer noch mehr als die konventionellen Betriebe erfüllen müssen. Und da solche Meldungen auch nunmal schlecht für das Geschäft sind, bestehen auch Profitinteressen diese Mängel abzustellen. Und machen wir uns nichts vor, Filmaufnahmen von Tierschützern in konventionellen Betrieben kennen wir ja auch schon zur Genüge. Ein Vergleich verschiedener Haltungsformen finden wir im ZDF-zoom “das gelbe vom Ei“.

Aber es bleibt natürlich das Fazit der Doku: “Qualität und Ethik haben ihren Preis.” Und wenn wir in einen Discounter gehen, wo das oberste Gebot der niedrige Preis ist, sollten wir uns nicht wundern, dass Qualität und Ethik nicht über die Mindestanforderungen hinaus gehen und manchmal eben dann auch nicht erfüllt werden. Wer mehr erwartet sollte nicht beim Discounter suchen, sondern sich nach den Siegeln umschauen, die mehr versprechen (Bioland, Demeter, etc.) und dann auch mehr bezahlen. Einen Artikel zur Übersicht über die verschiedenen Siegel hatten wir schon mal.

Und mein Frühstücks-Ei-Fazit? Es ist schön, dass auch konventionelle Betriebe auf biologische Landwirtschaft umstellen, ganz gleich aus welchem Interersse. Aber die Mindestanforderungen und die Kontrollen für das staatliche Bio-Siegel müssen dringend angehoben werden. Schön wäre als Bedingung eine bäuerliche Landwirtschaft, so wie es die AbL fordert. Bis es dazu kommt, sollten sich immerhin die “besseren” Bio-Siegel deutlich positionieren und von der Bio-Massentierhaltung abgrenzen!

Ich hab ja nichts gegen Schwule – Aber …

ein großes homophobisches “Aber” im Kopf.
Das führt soweit, dass eine Petition gestartet wurde, welche sich gegen den neunen Bildungsplan in Baden-Württemberg richtet, weil dieser Toleranz und einen reflektierten Umgang mit Stereotypen als Lernziele definiert. Die Ablehnung des Bildungsplans begründet die Petition unter anderem mit der statistisch höheren Suizidgefahr Homosexueller und der überproportionalen Betonung eines bestimmten “Lebensstils”.

Die Satiresendung quer vom Bayrischen Rundfunk bringt die Hintergründe treffend auf den Punkt und führt die Argumentation fort. Gerade in Bezug auf die verdeckten Vorurteile und Abneigungen:

Campact hat ebenfalls eine Petition gestartet, um ein deutliches Zeichen für die Vielfalt zu setzen. Unterschreiben dass es eine breite Mehrheit für eine tolerante Gesellschaft gibt und dem Kultusminister den Rücken stärken!

https://www.campact.de/vielfalt-gewinnt/appell/teilnehmen/

Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Wir wollen eine Gesellschaft, die aus gelebter Vielfalt und Toleranz erwächst. Wir freuen uns, wenn Menschen sich lieben.

Weihnachtseinkauf bei Amazon?

Amazon – der praktische Online-Einkauf. Gerade zu Weihnachten einfach, schnell und praktisch. In der Vorweihnachtszeit macht Amazon immerhin ungefähr 70% seines Jahresumsatzes. Aber was steckt dahinter? In letzter Zeit häufen sich Kritikpunkte über die schlechten Arbeitsbedingungen und Geschäftspraktiken bei Amazon.

Die im Juni in der ARD veröffentlichte Reportage “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon” gibt einen Blick hinter die Kulissen des Weihnachtsgeschäfts im letzten Jahr. Ein Zeitungsartikel aus der Le Monde diplomatique vom 8. November vervollständigt das Bild. Beides sehr sehens- bzw. lesenswert! Wir fassen einige Kritikpunkte zusammen:

- “moderne Sklavenarbeit” (siehe Reportage)
- Ausnutzung von europäischen Wanderarbeitenden
- Unnötig viele befristete Arbeitsverhältnisse
- Überwachung und Verletzung der Privatssphäre der Angestellten

- Zerstört Arbeitsplätze im lokalen Einzelhandel

Der Französische Buchhändlerverband hat errechnet, dass ein Buchladen bei gleichem Umsatz 18-mal so viele Arbeitsplätze generieren würde wie der Onlineverkauf. Für 2012 schätzt die American Booksellers Association die Zahl der durch Amazon vernichteten Arbeitsplätze im Buchhandel auf 42 000.

- Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit
- Steuervermeidung auf der einen Seite
- Und kassieren von staatlichen Subventionen auf der anderen Seite
- Mit “Einstiegspraktika” lässt sich amazon Arbeitskräfte von der Agentur für Arbeit bezahlen
- Viele weitere Kritikpunkte entsprechend einer streng neolieberalen Firmenpolitik
(wikipedia.org/Kritik-an-Amazon und Le Monde diplomatique)

Fazit von Günter Wallraff:
“Das ist ein internationaler Konzern, der nach einer klaren Ideologie organisiert ist. Sein System stellt uns nicht vor die einfache, neutrale Frage, ob wir in seinem Internetshop konsumieren wollen oder nicht; er stellt uns politische Fragen und verlangt eine gesellschaftliche Entscheidung.”amazon

(ähnliche Verhältnisse auch bei anderen großen Online-Versandhändlern, ZDF-zoom auf Zalando)

Und ewig währt die Ölpest – Teil 2

shell stoppen

Im Februar hatten wir bereits einen kurzen Artikel zu dem Thema: Eine der größten Umweltkatastrophen der Welt – aber unbeachtet – die Öl-Verseuchung im Nigerdelta. Der Umweltgiftreport 2013 der Schweizer Stiftung Green Cross zählt das Nigerdelta zu den zehn am stärksten verschmutzten Orten der Welt. Trotzdem passiert kaum etwas. Zu viel Geld ist im Spiel, zu wichtig ist das Öl!

Vor einiger Zeit hat der BUND im Zuge einer größeren Kampagne auch eine Petition gestartet um die Menschen und die Umwelt im Nigerdelta zu unterstützen. Hilf mit diese menschengemachte Katastrophe bekannter zu machen und unterschreibe die Petition:

(Häkchen entfernen wenn du keine weiteren emails erhalten willst
und nach dem unterzeichnen den Link in der Bestätigungsemail klicken.)

Zum vorherigen Artikel mit Kurzreportage: Und ewig währt die Ölpest

Wahl 2013 – Teil 3/2: 10 gute Gründe nicht traurig zu sein

Zugegeben,

der gestrige Wahlabend hat uns auch nicht sehr gefreut. Nun kann “Mutti” mit der SPD (möglicherweise ohne Steinbrück) weiter regieren, da sich die Mehrheit der Deutschen mit guten Wirtschaftszahlen zufrieden gibt und große Probleme des Landes (s. letztem Artikel) nicht angegangen werden. Aber positiv denken war noch nie passender und sinnvoller denn je:

- immerhin war es eine demokratische Wahl ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten, das ist (weltweit betrachtet) freilich keine Selbstverständlichkeit
- außerdem war die Wahlbeteiligung mit circa 73 Prozent höher als das letzte Mal
- immerhin ist die FDP raus … also allzu neoliberal wird es erstmal nicht zugehen
- immerhin vertritt die nächste Regierung die Mehrheit der an der Demokratie Beteiligten; außerdem repräsentiert eine sehr wahrscheinliche große Koalition sogar die Mehrheit der Deutschen, inklusive Nichtwähler, und ist scheinbar sowieso deren Wunschkoalition)
- somit kann man diese Mehrheit auch in den nächsten vier Jahren für einfach alles verantwortlich machen :D

Unsere kleine Welt

- wenn man sich dafür das Lachen angewöhnt, kann eine schlechte Regierung sehr amüsant sein
- hätte man ausnahmsweise Nikolaus Blome von der Bild-… ahem, vom Spiegel geglaubt, dann wäre dies die letzte Amtszeit von Allzweckwaffe Angela Merkel … solche Gerüchte kommen doch nicht von ungefähr, oder? ;)
- laut der Wählerschaft der Parteien nach Geschlecht und Altersgruppen 2009 und 2005 in Prozent sind vor allem Wähler der großen beiden Parteien besonders alt und möglicherweise in zwei bis drei Legislaturperioden nur noch in geringerer Zahl vorhanden
- es wird auch weitere vier Jahre genügend Gründe geben zu bloggen, gemeinsam mit euch zu demonstrieren und sich über die da oben herrlich aufzuregen
- auch ohne Politik verändert sich die Gesellschaft im Kleinen immer weiter und die gesellschaftlichen Bewegungen machen weiter, ob nun in NGOs, Gemeinschaftsgärten und mehr, Transition Towns, Energiegenossenschaften, Reparatur- Tausch-/Leih-/Mietzirkeln und bei vielen weiteren Aktionen

So, nun schauen wir wieder frohen Mutes in die Zukunft.

Neues aus der Anstalt

Wahl 2013 – Teil 2/2: Die ultimative Wahlempfehlung

Sie haben 2 Stimmen …

Mit diesem Satz fragt dich unsere Demokratie nächste Woche, welche Zukunft du dir für dieses Land am besten vorstellen kannst. Die wichtigen Formalitäten vorab: aufgrund der kandidatenbezogenen Erststimmen, sind im Parlament Politiker aller Wahlkreise vertreten. Dank geändertem Wahlrecht, werden Verzerrungen durch etwaige Überhangmandate dieser Erststimmen in der Sitzverteilung des Bundestags ausgeglichen. (Video der bpb) Das bedeutet, man ist nicht mehr gezwungen eine der beiden großen Blockparteien zu wählen und kann beide Stimmen einer Partei geben, wenn dies so gewünscht ist.

Du hast wahrscheinlich den Wahl-O-Mat schon ausprobiert, wie jetzt bereits Millionen andere bei dieser und vorausgehender Wahl. Dir sind dabei auch hoffentlich die Grenzen des Wahl-O-Mats aufgefallen, dass nicht alle Themen, wie zum Beispiel die Bekämpfung der Staatsverschuldung, abgedeckt werden konnten, aber auch, dass Parteien, die mehr versprechen, im Resultat weiter oben landen können. So kann es passieren, dass bei den Ergebnissen eine vermutlich verfassungswidrige Partei vor die ein oder andere Volkspartei rutscht. Daher sei erwähnt, dass die Herausgeberin des Wahl-O-Mats die Bundeszentrale für politische Bildung ist, und so sollte auch der Wahl-O-Mat gesehen werden. Es ist sehr hilfreich in den Ergebnissen auch die Erklärungen der Parteien zu lesen, vor allem bei Antworten, bei denen du anders abgestimmt oder dich enthalten hast; außerdem ist es wünschenswert so auch mal die kleineren Parteien anzuhören, denn die können sehr bereichernde Ideen liefern.

Wer sind denn nun die Guten?
Jede Partei hat ihre Schwächen. Eine Regierung ist immer angreifbarer und eine Opposition hat es bei guten Wirtschaftszahlen bekanntlich schwer. Lesern dieses Blogs ist sicherlich schon aufgefallen, dass wir bei vielen Themen dem eingeschlagenen Weg von CDU und FDP widersprechen. Dazu passt folgende Auflistung der eklatantesten Skandale der letzten vier Jahre.
Schon vergessen ... CDUSchon vergessen ... FDP
In der Banalität dieses mauen Wahlkampfs mit all seinen Fingern, Rauten und Mauten fällt zu sehr unter den Tisch, dass trotz schöner Wirtschaftszahlen und daher für die CDU guter Umfragen die Gesellschaft immer weiter auseinander driftet und es Europa zunehmend schlechter geht. Parteien sind also zu einem Verändern dieser Zustände verpflichtet und sollten bei der Lösung der Probleme keiner Ideologie wie dem ungezügelten Kapitalismus mit seiner Wachstumsunlogik hinterher rennen. Es gäb (neben Klimawandel und Ressourcenkrise) also genügend Gründe Schwarz-Gelb abzuwählen, vor allem seitdem immer klarer wird, dass ein Großteil der €uro-Rettung nicht an “Pleite-Griechen” sondern den Finanzsektor fließt und fast täglich neue Schlagzeilen zum NSA-Skandal klar machen, dass die Bundesregierung nicht souverän deine Daten vor Ausspähung schützt. Außerdem sind es gerade die Programme von CDU und FDP, die auch zum Beispiel in Sachen Lobbyismus und Tierschutz schlecht abschneiden.
All dies wird die Bildzeitung in ihrer bundesweiten, kostenlosen Samstagsausgabe wohl verschweigen, wenn sie in jedem deutschen Haushalt für das Wählen (vor allem der Regierungsparteien) werben wird. Wer das Blatt nicht haben möchte, kann sich hier Abhilfe verschaffen.

Wen soll ich nun wählen?
Wenn du also nichts von CDU und FDP sowie stark bis gemäßigt rechten Parteien (wie NPD, DIE RECHTE, proD, REP, BP, z.T. auch Volksabstimmung, PBC und AfD) hältst, bleiben dir noch eine Menge Optionen (mit ihren jeweiligen Haken) übrig:
- SPD (die sich mit Hartz IV nicht gerade von ihrer sozialen Seite gezeigt hat, dies aber ändern will)
- Grüne (die diese Reformen mittrugen, nun aber ein deutlich anderes Programm favorisieren)
- Linke (die als Dauer-Oppositionspartei quasi alles fordern können, aber Kurswechsel befürworten)
- Parteien, die es voraussichtlich nicht in den Bundestag schaffen werden, unterstützen und ihnen Parteienfinanzierung ermöglichen; dazu zählen …
. Piraten (die zwar auch viel versprechen, aber wichtige neue Impulse für die Demokratie geben)
. ökologische (Tierschutzpartei, ödp), Familien- und Rentnerparteien (FAMILIE, RENTNER, B21/RRP)
. schwer einzuordnende, umstrittene (BüSo, PdV) oder stark linke Gruppierungen (MLPD, PSG)
. Frauen- (FRAUEN), Migrantenpartei (BIG), FREIE WÄHLER und Spirituelle (die Violetten)
. Partei der Nichtwähler (die Gleichnamige mehr berücksichtigen möchte)
. Spaßpartei (die PARTEI)
- ungültig stimmen hat in diesem Wahlsystem den gleichen nichtigen Effekt wie nicht wählen zu gehen, wovon wir ja bereits abgeraten haben. Natürlich gibt es keine Partei, die es einem 100% recht macht, denn Demokratie besteht aus Kompromissen. Selbst Frustrierte können also mit der Wahl kleinerer Parteien den Großen mehr Schaden, da alle Parteien aus dem gleichen Topf finanziert werden. Welche Option du jetzt genau wählen wirst, bleibt dir überlassen, allzu einfach wollen wir es dir (einer aufgeklärten Person mit unabhängigem Geist) nicht machen. ;-)
Wie auch immer du es praktizierst, wir wünschen dir am Sonntag viel Spaß und Erfolg.

Wahl 2013 – Teil 1/2: Demokratie ist mehr als wählen

Stell dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin …

Klingt zu pathetisch? Aktuelle Zahlen zur geringer werdenden Wahlbeteiligung in Deutschland können schon sehr nachdenklich stimmen. Verständlich ist diese Entwicklung schon, betrachtet man die Undurchsichtigkeit von Interessen, wie sie zum Beispiel bei Parteispenden nur zu erahnen sind:

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Dennoch muss auch hier festgestellt werden: wer nicht wählen geht, gibt seinen demokratischen Einfluss ungenutzt auf und verschenkt diesen quasi dem Stimmvieh. Wer unsere Demokratie also nicht weiter schwächen und in Zukunft auch nicht von Demagogen regiert werden möchte, sollte diese Chance einfach nutzen.

Und du? Hast du dich schon entschieden? Konntest du dir erfolgreich deinen Weg durch das Dickicht von meist inhaltsleeren und verwirrenden Wahlplakaten bahnen? Den Vogel hat hier zweifelsohne die FDP abgeschossen, die (zusammen mit der umstrittenen rechtsextremen NPD) sich beim Bildmaterial einer Quark-Werbung bedient hat.

Dass die Wahlprogramme vor der Wahl kritisch hinterfragt werden sollten, muss den Lesern dieses Blogs wohl nicht mehr gesagt werden. Gerade großzügige Wahlversprechen und -geschenke sollten ohnehin jeden stutzig machen. (Treffendes Wahlplakat der Piratenpartei.) Genau wie gewisse Rhetorik, dass es Deutschland gut ginge und die Regierung schlichtweg eine gute Arbeit getan habe. (Siehe SPON: Merkels Märchen von der Superregierung)

Problembereiche gibt es nämlich viele: beispielsweise die stark ansteigende deutsche Staatsverschuldung, langsam bröckelnde Infrastruktur, wachsende Armut und soziale Ungleichheit, denn einigen wenigen geht es dennoch besser denn je.
Aus diesen vielen guten Gründen werden nächste Woche Samstag, dem 14.09., und damit gut eine Woche vor der Wahl, zehntausende Menschen in Berlin und Bochum für ein gerechteres UmFAIRteilen auf die Straße gehen.

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Bei der vielleicht größten Demonstration des Jahres werden Parteien und Bürger wieder stark daran erinnert werden, dass die Macht vom Volke ausgeht und Wählen nur einen Teil der Demokratie ausmacht. Bevor nun dein mikrofairkel-Team nächste Woche noch inhaltlicher wird und Wahl-O-Maten und Wahlstrategien behandelt, kannst du dich bis dahin also fragen:

Wählst du nur, oder gestaltest du schon?

Überwachung abrüsten, Datenschutz stärken!

1984 von George Orwell ist DER dystopische Roman zum Thema. Die Bevölkerung wird mit Nachrichten von Krieg und Terror, einer starken Bedrohung von außerhalb, so in Angst versetzt, dass sie auf Kosten der Freiheit eine höhere Sicherheit akzeptieren. Genau das gleiche Prinzip findet auch bei uns Anwendung: “Diese Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig zur Terrorabwehr…” Doch wie groß ist die Terrorgefahr wirklich? Dafür vertrauen wir auf die Informationen von eben den Geheimdiensten und Politikern, die unsere Freiheit gerne weiter einschränken würden? Wie viele Erfolge können BND und NSA durch solche Überwachungsmaßnahmen vorweisen? Auf diese Frage druckst unser Innenminister herum und rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her… viel mehr als die Sauerlandgruppe hat er nicht vorzuweisen. Und die ist scheinbar auch schon durch herkömmliche Geheimdienstmethoden bekannt gewesen: CIA-Kontaktmann in der Sauerlandzelle

Friedrich muss nichts Böses wollen, wahrscheinlich sorgt er sich wirklich um unsere Sicherheit. Aber er versteht nicht wie unsere Demokratie und unsere Justiz funktioniert. Die Ausgewogenheit von Sicherheit und Freiheit und die Unschuldsvermutung sind für unseren Staat mindestens ebenso wichtig wie die Abwehr von Extremisten!

Für viele Menschen ist der Überwachungsstaat ein Konstrukt, dass schwer zu begreifen ist. Es ist zu Realitätsfern, “davon merke ich nichts, ich hab doch nichts zu verbergen, …” Folgendes Video gibt einen sehr schönen Überblick über die üblen Früchte des Überwachungsstaates:

Über den Fall von Andrej Holm, der in diesem Video vorkommt, hatten wir ja auch schon in einem älteren Beitrag berichtet, Andrej Holm hatte auch nichts zu verbergen, aber doch einiges zu befürchten: Die Terroristen sind unter uns!

Tu was für deine Freiheit! Die vielversprechendsten Unterschriftenaktionen:

https://www.campact.de/geheimdienste/appell/teilnehmen/
http://www.stopsurveillance.org/
https://www.campact.de/snowden/appell/teilnehmen/

und die von Anke Domscheit-Berg auf change.org:

Wir Bürgerinnen und Bürger sorgen uns, weil wir Ziel von Massenüberwachungen sind und unsere Freiheitsrechte verletzt sehen. Wir fordern daher einen Untersuchungsausschuss beim EU Parlament zur Aufklärung der jüngsten Überwachungsskandale, ein Verbot der Weitergabe von europäischen Nutzerdaten an ausländische Geheimdienste sowie der gegenseitigen Bespitzelung der Bevölkerung von Mitgliedsländern, das Anstoßen eines internationalen Abkommens zur Überwachungsabrüstung und einen gesetzlich verankerten Whistleblowerschutz in Europa, um auch künftig ein Fehlerkorrektiv gegen Rechtsverletzungen zu ermöglichen.

Verbreite das Video und die Berichterstattung zum Abhörskandal und mach es zu einem Thema, um das die Parteien im Wahlkampf nicht drum herum kommen! Damit sich die Regierung endlich wieder für unsere Sicherheit und Freiheit einsetzt und uns nicht nur vor Terroristen, sondern auch vor Geheimdiensten schützt!

    Kommentare:

ARD Kontraste: Der NSA-Skandal und die Deutschen
Noam Chomsky über Staatsterror als Terrorabwehr
Zeit: Datenschutz im Wahlkampf – Die Union nennt Raider jetzt Twix
Süddeutsche Zeitung: Merkel mutiert zur Daunendecke
Spiegel Online: Deutsche Geheimdienste setzen US-Spähprogramm ein
Stern: Abhör-Skandal, Pofalla muss gehen!

Gasland – Fracking, Vorbild USA!

Die Tage auf arte DIE Doku über Fracking gesehen, Gasland.
Erinnert nicht nur von der Kameraführung sonder tatsächlich auch von der Gruselhaftigkeit ziemlich an Blairwitchproject. Trotzdem und deshalb sehenswert!

Für mich hat der Film eigentlich zwei große Themen: Nicht nur, dass wir uns das mit dem Fracking noch mal überlegen sollten, sondern auch, dass wir auf unsere Demokratie verdammt gut aufpassen müssen! Die ist ansonsten auch ruckzuck an die Profitgier verkauft…

Wer jetzt denkt “Fracking? Das wurde doch schon zu den Akten gelegt”, sollte z.B. noch mal die Erfolgsmeldung im Campactblog genau lesen:

… das Gesetz, das der umstrittenen Gasfördermethode Fracking den Weg geebnet hätte, ist auf Eis gelegt worden. Vor der Bundestagswahl wird es wohl nicht mehr angefasst. Grund ist der anhaltende Protest der betroffenen Bevölkerung gegen Fracking. Abgeordnete der CDU und CSU fürchteten in ihren Wahlkreisen um ihre Wiederwahl im September …

Was nach der Wahl passiert, das hängt wohl ganz vom September ab.
Wir haben quasi die Wahl!

Informationen und Karten zu Förderorten in Deutschland: unkonventionelle-gasfoerderung.de
Zum vorherigern Artikel: Fracking – der neue heiße Scheiß!

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